Ulrike Hartler

Beruf: Diplomingenieurin für Architektur, Professorin für Bautechnik an der HTL-Pinkafeld, Abteilungsvorständin für Bautechnik für die Höhere Abteilung Hoch-, Holz-, und Tiefbau; für das Kolleg für Hochbau und der Fachschule für Bautechnik und Bauwirtschaft.

In welchem technischen Berufszweig arbeiten Sie?
Architektur

Was fasziniert Sie am meisten an Ihrem Job?
Die Vielfältigkeit, die Herausforderung, es ist nie langweilig.
Der Beruf der Architektin bringt dich mit unterschiedlichsten Personen zusammen. Die Herausforderung liegt darin, für Menschen, egal ob im öffentlichen oder privaten Bereich, ein Objekt zu planen, das den funktionellen Anforderungen entspricht, damit ein Wohlgefühl der Bewohner erreicht werden kann, und dass das Objekt entsprechend nachhaltig konzipiert werden kann. Die Herausforderung liegt auch darin generationengerechte, altersgerecht, flächenschonend und vor allem leistbar zu planen. Die Umsetzung eines Projektes ist immer spannend, da kein Haus dem anderen gleicht und man immer mit unterschiedlichen Konstruktionsvarianten konfrontiert wird und mit unterschiedlichen Firmen zusammenarbeitet.

Warum ergreifen Ihrer Meinung nach Frauen so selten technische Berufe?
Es ist in unserer Gesellschaft noch immer ein „No-Go“. Jeder Mann und jede Frau würde mit dem Beruf eines Bauführers oder Bauleiters sofort einen Mann damit in Verbindung setzen. Bei einer Frau hat unsere Gesellschaft eher bedenken. Da müsste man schon wissen was diese Frau kann und was sie bisher geleistet hat. Bei einem Mann hat man diese Bedenken von vornherein nicht. Jede Frau die diesen Beruf ergreift muss sich beweisen und manche Frauen wollen sich dieser Herausforderung nicht stellen.

Gibt es Hindernisse oder Stolpersteine?
Immer wieder, aber man sieht es irgendwann „sportlich“, denn wenn es uns Frauen in der Technik gibt, dann muss man sich mit uns auseinandersetzen und es wird immer mehr zur Normalität, das es uns gibt. Übrigens, dieser Beruf ist nicht schwer, wenn man ihn gerne macht. Dieser Beruf ist genauso „normal“ wie der einer Krankenschwester.

Wie können wir die Chancen von Frauen in der Technik verbessern?
Mit mehr Selbstbewusstsein der Frauen. Ich kann durchaus von mir sagen, dass wir Frauen diesen Beruf wie Männer erledigen, wir sind nur noch genauer, weil man uns noch immer auf die „Finger schaut“. Wir Frauen hinterfragen „uns selbst“ wenn etwas schief läuft, Männer suchen den Fehler. Genauso müssen wir Frauen auch denken lernen.