Mein Körper – Selbst.Bestimmt

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Wichtig für die Gesundheit ist ein Leben frei von Gewalt. Wir wollen Frauen Mut machen, sich aus Gewaltbeziehungen zu befreien.

Österreich hat ein Netz an Hilfseinrichtungen

Wer Gewalt erleidet, braucht rasche Hilfe. Daher ist es gut, wichtige Kontakte und Notrufnummern immer bei der Hand zu haben. Rund um die Uhr ist die Frauenhelpline 0800 222 555 und die Polizei 133 erreichbar.

Gewaltschutzzentren gibt es in jedem  Bundesland. Frauenhäuser bieten Schutz.

Wer sich die Nummern der Hilfseinrichtungen direkt auf das Handy speichern möchte, kann dies mit einer dafür vorgesehenen App, der sogenannten
fem:HELP-App machen.

Gewaltschutz: Österreich ist in Europa Vorbild

Das Gewaltschutzgesetz, das am 1. Mai 1997 in Kraft getreten ist, schuf die Möglichkeit, den Täter aus der gemeinsamen Wohnung wegzuweisen. Für viele war das damals undenkbar. Nach und nach haben auch andere Länder in Europa diesen Weg beschritten. Am 1. Juni 2009 trat das Zweite Gewaltschutzgesetz in Kraft, das den Schutz für Opfer und Unterstützung in weiten Teilen verbessert hat.

2006 wurde mit dem sogenannten „Stalking-Paragrafen“ ein Schutz vor beharrlicher Verfolgung geschaffen, der 2007 in Kraft getreten ist.

Strafgesetzbuchnovelle: Ein frauenpolitischer Erfolg

Mit der Strafgesetzbuchnovelle wurde der Schutz vor Gewalt verbessert und eine Reihe von frauenpolitischen Forderungen umgesetzt.

Die Hauptpunkte der Reform, für die sich die SPÖ-Frauen eingesetzt haben

  • Jede intensive und entwürdigende sexuelle Belästigung ist strafbar.
  • Ein „Nein“ genügt: Wenn ein Täter eine sexuelle Handlung zwar ohne Drohung oder Gewalt setzt, aber trotzdem gegen den erkennbaren Willen des Opfers, ist das strafbar.
  • Ein Erschwernisgrund „Gewalt in der Familie“ wurde eingeführt.
  • Die Opferrechte bei der Diversion wurden gestärkt.
  • „Verschleppt werden“ ins Ausland zum Zweck der Zwangsverheiratung wird bestraft.
  • Cybermobbing wurde als Tatbestand eingeführt
  • Die Strafen für qualifizierte Körperverletzungen wurden erhöht.

Zahlen, Daten, Fakten

Daten zu Gewalt und Sexueller Belästigung

Quelle: Bericht der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) 2014

Europa:

  • 33 % der Frauen haben seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren. Dies entspricht etwa 62 Millionen Frauen.
  • 55 Prozent der Frauen haben irgendeine Form der sexuellen Belästigung erlebt.
  • 18 Prozent der Frauen haben seit dem 15. Lebensjahr Stalking erlebt.

Österreich:

  • Je 5. Frau erlebt ab ihrem 15. Lebensjahr physische und/oder sexuelle Gewalt.
  • Jede 3. Frau wird ab ihrem 15. Lebensjahr sexuell belästigt.
  • Jede 7. Frau ist ab ihrem 15. Lebensjahr von Stalking betroffen.

Empfehlungen der Europäischen Union für Grundrechte:
Aufgrund der Ergebnisse wurde den Mitgliedstaaten unter anderem dringend empfohlen, ihre Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung zu überprüfen.