Magª Barbara Prammer (1997-2009)

Im Jänner 1997 wurde Barbara Prammer Frauenministerin. Am 8. April 1997 wurde sie auf der Bundesfrauenkonferenz in Linz zur Vorsitzenden der SPÖ Frauen gewählt.
Vehement pochte Barbara Prammer auf die Umsetzung der 40-Prozent Quote in der SPÖ. Das Frauen-Volksbegehren des Unabhängigen Frauenforums 1997 wurde von den SPÖ Frauen voll inhaltlich unterstützt. Eine der Kernforderungen, die verfassungsrechtliche Verankerung der Gleichstellung der Geschlechter wurde im Frühjahr 1998 verwirklicht.
Im Kampf gegen Gewalt an Frauen war das Gewaltschutzgesetz 1997 ein wichtiger Meilenstein und wurde zum Vorbild für die Gesetzgebung in ganz Europa und sogar weltweit. 1998 wurde im Zuge der Anti-Gewalt-Kampagne die Frauenhelpline gegen Männergewalt eingerichtet, nach und nach wurden Interventionsstellen gegen Gewalt in der Familie in allen Bundesländern eingerichtet. Ein wichtiger Beitrag für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie war die sogenannte „Kindergartenmilliarde". In zweieinhalb Jahren konnten 30.000 neue Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden.
Mit dem Beginn der schwarz-blau-orangen Regierung stand Barbara Prammer als Frauensprecherin der SPÖ Frauen im Parlament und als Bundesfrauenvorsitzende an der Spitze der SPÖ Frauen in Opposition. Trauriger Höhepunkt der rechts-konservativen Regierung: Das Frauenministerium wurde aufgelöst und blieb bis 2003 Teil des Ministeriums für soziale Sicherheit und Generationen. Drei Jahre lang war ein Mann auf Regierungsebene für Frauenfragen zuständig. Mit Medienaktionen, Workshops, Kampagnen, Straßenaktionen, Veranstaltungen und vielem mehr machten die SPÖ Frauen auf die Rückschritte in der Frauenpolitik aufmerksam. Am 16. Juni 2004 wurde Barbara Prammer zur Zweiten Nationalratspräsidentin gewählt.
Bei der Nationalratswahl vom 1.Oktober 2006 wurde die SPÖ zur mandatsstärksten Partei. Am 30.Oktober 2006 wurde Barbara Prammer zur Präsidentin des Nationalrats gewählt.
Nach zähen Verhandlungen zur Bildung einer Regierung mit der ÖVP stellte die SPÖ ab 2007 wieder das Kanzleramt und trat in Koalition mit der ÖVP. Frauenpolitik rückte wieder ins Zentrum der Regierung.

Am 2. August 2014 verstarb Barbara Prammer im Kreis ihrer Familie an den Folgen ihrer Krebserkrankung.