Laura Liegl

In welchem technischen Berufszweig arbeitest du?
Derzeit bin ich Studentin im 4. Semester an der Technischen Universität Wien. Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen – Maschinenbau.
 
Was fasziniert dich am meisten an deinem Studium?
„Warum dieses Studium?“, diese Frage wurde mir schon des öfteren gestellt und bringt mich zugegebenermaßen immer etwas zum Lächeln. Ich kann nämlich mit Gewissheit sagen, dass diese Frage nicht nur mir, sondern uns allen, wenigen Frauen in der Technik, äußerst häufig gestellt wird. Als Antwort formuliere ich daraufhin gern, dass ich meine mathematische Begeisterung, die ich bereits in der Kindheit entdeckt habe, nun mit Freuden ausleben kann und es immer ein zusätzlicher Ansporn gewesen ist, mich als eines der wenigen Mädchen in der Technik zu behaupten und allen Menschen dieser Welt zu zeigen, dass erfolgreich zu sein, in welchem Gebiet auch immer, unabhängig davon ist, welchem Geschlecht eine Person angehört.
 
Warum ergreifen deiner Meinung nach Frauen so selten technische Berufe?
Leider gab und gibt es noch immer viele Menschen, die der Meinung sind, ein technischer Beruf sei nichts für eine Frau. Denn sie könnte sich ja zu sehr auf ihren Job konzentrieren oder gar erfolgreich sein und dadurch Haushalt und Kinder vernachlässigen. Dieses grauenhafte Gesellschaftsbild hat sich tragischerweise in einigen Köpfen festgefroren und verunsichert viele junge Frauen, die grundsätzlich technisch interessiert und begabt wären, eine Entscheidung für einen technischen Werdegang zu treffen. Des weitern denken manche Leute, dass eine Frau nicht intelligent genug sei, um sich in der Technik zu behaupten. All diese furchtbaren Hypothesen sind natürlich völliger Blödsinn! Heutzutage ist es Männern, wie Frauen erlaubt in Karenz zu gehen, auch der Haushalt ist lang keine Frauensache mehr und der Gedanke, dass die Intelligenz eines Menschen von seinem Geschlecht abhängt, ist lächerlich. Meiner Meinung nach ist also das gesellschaftliche Festhalten an solchen, auf Grund von sehr veralteten Gegebenheiten, existierenden Stereotypen verantwortlich für den fehlenden Mut der Frauen, technische Berufe zu ergreifen.
 
Gibt es Hindernisse oder Stolpersteine?

Natürlich gibt es solche. Aber die gibt es überall, in jedem Berufsfeld. Was mich jedoch immer wieder zum Kopfschütteln bringt, ist der mangelnde Respekt gegenüber uns Frauen. Gerade als Technikerin muss man sich oft erst beweisen, bevor man von seinem Gegenüber ernst genommen wird.
 
Wie können wir die Chancen von Frauen in der Technik verbessern?

An dieser Stelle möchte ich mich bedanken, für all die Förderungen wie Stipendien, Anlaufstellen, Coachings, Seminare und Kurse, die es mittlerweile für Frauen in der Technik gibt. Ich finde diese gehören aufrechterhalten, weiterverbreitet und vor allem mehr beworben. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass wir Frauen der Technik uns durch diese angebotenen Förderungen nicht nur unterstützt und motiviert sondern auch in dem, was wir tun, bestätigt fühlen.