Barbara Nerad – Der direkte Weg mit allen Chancen

In Tirol machen Lehrlinge Karriere – und das nicht erst seit der Lehre mit Matura

Den Traumberuf früh erlernen, ebenso früh Geld verdienen und die Matura oder Reifeprüfung parallel absolvieren. Wo das geht? In Tirol zum Bespiel. An 23 Tiroler Fachberufsschulen. In 185 Lehrberufen. Und über das Programm „Lehre mit Matura“. Lehrlinge haben hier die kostenlose Chance, Ihr Wissen neben der praktischen Ausbildung zu vertiefen und sich das Ticket für ein anschließendes Studium zu sichern. So  kommen laufend kompetente Fachkräfte mit steilen Karrierechancen auf den Markt. Und sichern sich junge Erwachsene einen gelungenen Einstieg ins Berufsleben.

Die „Lehre mit Matura“, mit der sich junge Erwachsene einen echten Vorsprung aufbauen, gibt es in Tirol und Österreich seit 2008. Erfolge auf eine Lehre aufgebaut haben die Menschen im Land aber schon seit jeher. So auch Barbara Nerad: „1978 habe ich in der damaligen Biochemie Kundl, heute Sandoz GmbH, eine Lehre als Chemielaborantin begonnen“, erzählt die gebürtige Unterländerin und Vorsitzende des Angestellten-betriebsrates von Sandoz in Kundl und Schaftenau, über die Anfänge ihrer steilen Karriere.
Schon bald nach ihrer Ausbildung wurde die ehrgeizige junge Frau Chemiewerk-Meisterin und Oberlaborantin. 2004 absolvierte sie zudem erfolgreich den Fachhochschullehrgang für Umwelt- und Verfahrenstechnik am Management Center Innsbruck. „Bei Sandoz profitieren Lehrlinge damals wie heute von der Kombination aus Berufsschule, praxisnaher Arbeit im Labor und hauseigener Werksschule“, so Nerad über das Triale System. „Genau, wie ich es damals gelernt habe, lebe ich heute noch die Grundwerte Verlässlichkeit, Loyalität und Teamgeist und vermittle sie den Lehrlingen und jungen Menschen im Unternehmen, ebenso wie die Bereitschaft, sich in interkultureller Kompetenz, Flexibilität und Selbstorganisation weiterzuentwickeln.“

Flexibilität und Selbstorganisation. Fähigkeiten, die sich junge Menschen, die sich für eine Lehre mit Matura entscheiden, während ihrer Ausbildung unbedingt aneignen. Denn die  Kombination aus praktischer Arbeit und schulischer Bildung durchzuziehen, erfordert beide. Unabhängig davon, ob die Ausbildung begleitend – mit Unterricht einmal in der Woche am Abend nach dem Job – oder integriert – mit Unterricht einmal in der Woche am Vormittag – gewählt wird. Vorteile bringt die Lehre mit Matura in jedem Fall – sowohl für die Lehrlinge als auch die Unternehmen. Erstere können ihr Interesse an praktischer Arbeit und Allgemeinbildung vereinen, haben durch den Kontakt zum Arbeitgeber beste Chancen für den Einstieg ins Berufsleben, erhalten ein geregeltes Einkommen und offenen Zugang zu Hochschulen und Universitäten. Die Unternehmen andererseits gewinnen junge, motivierte Mitarbeiter für spätere Schlüsselpositionen.

Damit das so bleibt, investiert das Land Tirol kräftig. Zum Beispiel in neue Lehrberufe wie der Ausbildung zum Tiefbauer ab dem Schuljahr 2017/18. Oder mit 26 Millionen Euro allein im kommenden Jahr in den Ausbau der Tiroler Fachberufsschulen und Landeslehranstalten. Wie beispielsweise der neuen Chemie-HTL in der Fachberufsschule Kramsach oder den neuen Metallwerkstätten an der Fachberufsschule Mandelsbergerstraße in Innsbruck. So lernen Fachkräfte in qualitätsvoller Umgebung. Und arbeiten maßgeblich daran mit, den Erfolg der Betriebe auch morgen zu sichern.

LINKBOX:
https://www.wko.at/Content.Node/Service/Bildung-und-Lehre/Lehre/Lehre-und-Matura/Berufsmatura_allgemein.html

http://www.bfi-tirol.at/weiterbildung/lehre-mit-matura-doppelt-haelt-besser.html