Papamonat/Väterkarenz

Mehr Väter in Karenz

Die SPÖ Frauen setzen sich für eine Stärkung der Väterbeteiligung nach der Geburt ein um neue Möglichkeiten zu schaffen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren.

Der von uns vorgeschlagene Papamonat dient dazu, dass auch Väter die Chance und Möglichkeit haben, von Anfang an für die Kinder da zu sein. Wir möchten weg von dem Bild, dass Kindererziehung eine ‘rein weibliche’ Angelegenheit ist. Familien müssen alle Möglichkeiten offenstehen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die flächendeckende Versorgung mit Krippen- und Kindergarten ist daher unumgänglich.

Für uns gilt es also, ein System zu schaffen, dass den Familien die freie Wahl bietet, ob sie Kinder möchten oder nicht. Im Falle, dass sie sich dafür entscheiden, muss der Staat sie bestmöglich unterstützen. Das neue einkommensabhängige Kindergeld ist eine Chance, mehr Väter zu motivieren, in Karenz zu gehen. Denn die bisherige Entwicklung zeigt, dass der Anteil an Vätern bei der kürzesten Variante des Kindergeldbezuges doppelt so hoch ist wie bei den längeren Varianten. In Zukunft müssen wir noch mehr Väter gewinnen, sich die Karenz mit ihren Frauen zu teilen.

Bei der Väterkarenz sind wir auf dem richtigen Weg, auch wenn der Weg noch ziemlich weit ist. Denn die Zahlen machen einmal mehr deutlich, dass die Kinderbetreuung weiterhin zu mehr als 90 Prozent Frauensache ist. Jetzt geht es darum, mehr Väter zu ermutigen, in Karenz zu gehen. Damit mehr Männer in Karenz gehen, braucht es deutlich mehr Anstrengungen, dass die Väterkarenz auch in den Betrieben beworben wird, um irgendwann eine Selbstverständlichkeit zu werden.

Papamonat im öffentlichen Dienst

Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat dazu den ersten wichtigen Schritt gesetzt:

Seit 1. Jänner 2011 haben öffentlich Bedienstete die Möglichkeit, einen Papamonat in Anspruch zu nehmen. Im Detail heißt das, dass Väter im Öffentlichen Dienst auf den Papamonat einen Rechtsanspruch haben. Der Papamonat ist eine unbezahlte Karenz, die maximal vier Wochen dauert. Und der Papamonat muss während des Mutterschutzes (also innerhalb der ersten 2 Monate nach der Geburt) bezogen werden.

Die Details der Regelung

  • Gilt für alle Väter im Öffentlichen Dienst des Bundes (BeamtInnen und Vertragsbedienstete)
  • Karenz von bis zu vier Wochen
  • Der Papamonat ist unbezahlt

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um es in Anspruch zu nehmen:

  • Antrag spätestens eine Woche vor dem beabsichtigten Antritt
  • Innerhalb des Beschäftigungsverbots der Mutter

Der “Papa-Monat” im Öffentlichen Dienst soll auch ein Anstoß für eine Diskussion eines solchen für die Privatwirtschaft sein. Unser Ziel ist es, dass alle Väter die Chance und Möglichkeit haben, von Anfang an für die Kinder da zu sein. Wir möchten weg von dem Bild, dass Kindererziehung eine ‘rein weibliche’ Angelegenheit ist. Neben dem einkommensabhängigen Kindergeld und dem Ausbau der flächendeckenden Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen, ist der Papamonat im Öffentlichen Dienst ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.