Gemeinderatswahlen: SPÖ stellt zwölf Bürgermeister-Kandidatinnen

Yildirim: „Mehr Frauen in der Politik bringen Vorteile für alle. Aufholbedarf besonders in der Kommunalpolitik.“
 
„Bei den Gemeinderatswahlen am 28. Februar werden zwölf Frauen für die SPÖ als Bürgermeisterkandidatinnen ins Rennen gehen“, freut sich Selma Yildirim, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Tirol. „Wir haben großartige Kandidatinnen. Starke Frauen, die mit ihrem Einsatz die Gemeinden und damit das ganze Land positiv verändern werden. Ich bin stolz, dass sie den Schritt in die erste Reihe getan haben“, so Yildirim. Von Doris Reheis (Imst) im Westen bis Petra Sojer (St. Johann) im Osten reicht die Palette. Die meisten Kandidatinnen gibt es in den Bezirken Schwaz und Innsbruck-Land.

Der Anteil an Bürgermeisterinnen liegt in Tirol aktuell bei bescheidenen 3,9%. In elf von 279 Gemeinden gibt es also Bürgermeisterinnen. Zwei davon stellt die SPÖ – in wichtigen Städten: Hedi Wechner in Wörgl und Elisabeth Blanik in Lienz. In größeren Gemeinden ist es für Frauen in der Politik leichter. 24% der Tiroler Bevölkerung haben eine Bürgermeisterin.

„Wir haben viel erreicht, wenngleich wir noch nicht dort sind, wo wir hinwollen. Rund die Hälfte der Menschen sind Frauen, das sollte sich in politischen Funktionen wiederspiegeln. Die Wirtschaft hat das unter dem Schlagwort Diversity Management längst erkannt.“

Schritt für Schritt wird die Politik weiblicher. Gerade in der Kommunalpolitik gibt es noch Aufholbedarf. „Die Zukunftsthemen sind weiblich. Es braucht Frauen als Gestalterinnen ihres Lebensraumes. Denn wie wir wissen wandern junge Frauen aus dem ländlichen Raum ab, wenn sie keine entsprechenden Lebensbedingungen vorfinden oder diese mitgestalten können. Von Frauen in der Politik profitiert die gesamte Gesellschaft“, ist Yildirim überzeugt.

„Nicht überall ist es gelungen, einen gerechten Frauenanteil auf den Listen zu präsentieren. Es gibt aber deutliche Fortschritte und wir werden uns weiter dafür einsetzen, mehr Frauen in die Politik zu bringen. Ob Politik und Familie oder Beruf und Familie, es muss eine echte Vereinbarkeit geben. Außerdem herrscht in vielen Gemeindestuben eine Diskussionskultur, mit der Frauen wenig anfangen können. Gemeinsam müssen wir weiter an Verbesserungen arbeiten“, so Yildirim abschließend.
 
Im Frühjahr hatten die SPÖ-Frauen Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle zu einem Seminar eingeladen. Sie fasst zusammen: Was Frauen laut Studien an der Politik nicht mögen: Die Profilierungssucht der Männer und die formalistischen Abläufe. Zudem würden Frauen häufig für ihr persönliches Lebensmodell kritisiert und es fehlt ihnen die Unterstützung aus dem Umfeld. Und nicht zuletzt: Man findet Frauen, wenn man will. Aber: Man muss aktiv auf sie zugehen. Ein Quotenmodell ist für die Politikwissenschaftlerin immer noch am effektivsten. „Die Parteienförderung an Quoten zu binden, das funktioniert.“
Ihre sieben Thesen zu Frauen in der Gemeindepolitik im Anhang.
 
Die Bürgermeisterkandidatinnen stellen wir nach und nach auf unserer Homepage vor: http://www.spoe-tirol.at/gruppierung/aktuelles
Auf der facebook-Seite der SPÖ-Frauen Tirol sind die Portraits unter #ichkandidiere! zu finden: https://www.facebook.com/spoefrauentirol/