Yildirim: „Politik und ihre Ergebnisse profitieren von Frauen“

Verbindliche Quoten, halbe-halbe bei unbezahlter Arbeit, Kinderbetreuungsangebot weiter ausbauen.

„Die Politik und ihre Ergebnisse profitieren, wenn Frauen und Männer möglichst gleichberechtigt vertreten sind und die Gesellschaft abbilden“, ist SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim überzeugt. Die Wirtschaft hat dem unter dem Schlagwort „Diversity Management“ schon Rechnung getragen. Dennoch braucht es gerade in Führungsetagen mehr Frauen, denn gemischte Teams sind auch wirtschaftlich erfolgreicher.

Yildirim ist eine klare Befürworterin von Geschlechterquoten. „Sie sind Türöffner und haben sich durchwegs als wirksames Mittel erwiesen, den Frauenanteil anzuheben.“ Dass es in Österreich heute noch Landesregierungen ohne Frauen gibt, ist ein Affront und unterstreicht die Notwendigkeit.

„In der öffentlichen Meinung gilt es für verbindliche Quoten noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Ebenso wie für halbe-halbe in allen Lebensbereichen. Gesellschaftliche Bedingungen ändern sich leider nicht von heute auf morgen.“ Yildirim schlägt vor, Quoten an finanzielle Anreize zu binden. Z.B. die Klub- oder Parteienförderung.

Der öffentliche Dienst sollte in punkto Frauenbeteiligung eine Vorbildrolle übernehmen. Das Land Tirol hinkt leider hinterher. „Wir freuen uns zwar über die unlängst bestellte Landesvolksanwältin. Mit mehreren anderen Postenbesetzungen im Landesdienst hat die Regierung aber bewiesen, dass Frauenförderung nicht einmal halbherzig betrieben wird“, bemerkt Yildirim.

LH Platter hat 40% Frauenanteil in allen Verwendungsgruppen vorgesehen. Davon ist man im Land weit entfernt. Nur 17% der Führungspositionen sind mit Frauen besetzt. Die Vorstände von Landesunternehmen wie Tiwag und Hypo sind nach wie vor reine Männerdomänen.

Die SPÖ fordert daher weiterhin öffentliche Ausschreibungen, verpflichtende Hearings, gereihte Dreiervorschläge und eine verbindliche Geschlechterquote von 40 %.

Es ist kein Geheimnis, dass längere Phasen von Teilzeitarbeit oder Berufsunterbrechungen sich spätestens in der Pension bitter niederschlagen. Frauen sind im Alter viel stärker armutsgefährdet als Männer. Der Grund dafür liegt für Yildirim klar an der unbezahlten Arbeit, die vor allem Frauen übernehmen: „Frauen leisten damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Unser Ziel bleibt es aber, auch diese Arbeit gerecht zwischen den Geschlechtern aufzuteilen. Von der Kinderbetreuung bis zur Pflege von Angehörigen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für viele Frauen schwierig, was auch am Angebot der Betreuungseinrichtungen liegt. Wenn dann noch politisches Engagement dazukommt, wird’s fast unmöglich. Ganztägige, ganzjährige Betreuungsplätze müssen flächendeckend angeboten werden.“