Gleichstellung: Mehr Rechte für Frauen und Homosexuelle

Ab 2016 haben homosexuelle Paare ein Recht auf „Fremdkind“-Adoption. Auch der Anspruch auf Elternkarenz wird entscheidend ausgeweitet.

Adoptionsverbot für homosexuelle Paare aufgehoben
Ab 2016 ist das Adoptionsverbot von „Fremdkindern“ für homosexuelle Paare im Gesetz aufgehoben, da es „keine sachliche Rechtfertigung für eine ausschließlich nach der sexuellen Orientierung ausgerichtete differenzierende Regelung gibt“, so das VfGH-Urteil. Eine Gesetzesänderung ist nicht notwendig. Adoptionen sind immer individuell zu prüfen und setzen eine pflegschaftsgerichtliche Genehmigung voraus. Darüber hinaus wird bei der Adoption Minderjähriger immer auch die Jugendwohlfahrt eingeschaltet, die die Adoption aus Sicht des Kindeswohls beurteilt.

Anspruch auf Elternkarenz ausgeweitet
Neu ist 2016 mehr arbeitsrechtlicher Schutz für Arbeitnehmerinnen nach einer Fehlgeburt. Um die psychische Belastung bei einer Fehlgeburt möglichst gering zu halten, haben Arbeitnehmerinnen in so einem Fall nun einen vierwöchigen Kündigungs- und Entlassungsschutz. Auch Frauen, deren eingetragene Partnerin oder Lebensgefährtin durch medizinisch unterstützte Fortpflanzung ein Kind bekommt, können Elternkarenz in Anspruch nehmen. Ebenfalls erhalten mit dem neuen Jahr auch Pflegeeltern, die keine Möglichkeit haben, das Kind zu adoptieren, Anspruch auf Karenz. Und freie Dienstnehmerinnen erhalten nun nach der Geburt eines Kindes einen Freistellungsanspruch sowie einen viermonatigen Motivkündigungsschutz.

Quelle: SPÖ Aktuell

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