SPÖ-Frauenberger: Wir spannen ein dichtes Gewaltschutznetz!

Aktion der Wiener SPÖ Frauen: Gewalt an Frauen ist Menschenrechtsverletzung, die in Wien aktiv bekämpft wird

In Österreich hat jede fünfte Frau seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren, europaweit sind es etwa 62 Millionen Frauen. "Jede Frau, die von Gewalt betroffen ist, ist eine zu viel! Daher setzen wir in Wien auf ein besonders dichtes Gewaltschutznetz, das Frauen auffängt, wenn sie es am dringendsten brauchen", betont Frauenstadträtin Sandra Frauenberger anlässlich der heute Mittwoch startenden "16 Tage gegen Gewalt". Anlässlich des Starts setzten die Wiener SPÖ Frauen gemeinsam mit Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und den Frauen der Jugendorganisationen SJ und JG ein Zeichen und spannten am Friedrich-Schmidt-Platz ein rotes Netz, um das Tabuthema sichtbar zu machen.

„Die Formen von Gewalt sind vielfältig und oft nicht sichtbar. Dieses Jahr wollen wir vor allem psychische Gewalt aufzeigen, die als eigener Straftatbestand geahndet werden muss. Die Sensibilität für diese Form der Gewalt an Frauen muss bei den zuständigen Behörden und Beratungsstellen gesteigert werden!“, stellt dazu die Frauensekretärin der Wiener SPÖ, Gemeinderätin Nicole Berger-Krotsch fest. Auch die neue SPÖ-Gemeinderätin Nina Abrahamczik sieht Handlungsbedarf: „Es kann nicht geduldet werden, dass der Alltag von Frauen und Mädchen im Privaten und im öffentlichen Raum durch Sexismen geprägt ist, die sie in ihrer Würde verletzen. Es braucht ein klares Bekenntnis zu einer sexismusfreien und respektvollen Gesellschaft. Dafür setzen wir uns gemeinsam ein.“

Zwtl.: Wien schützt Frauen vor Gewalt!

Hilfe erhalten von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen in Wien rasch und unbürokratisch, zum Beispiel mit dem 24-Stunden Frauennotruf (01/71719). Mit 175 Plätzen in den Wiener Frauenhäusern übererfüllt Wien zudem die europäische Empfehlung, wonach auf 10.000 EinwohnerInnen ein Platz in einem Frauenhaus möglich sein muss. Und: Der Verein Wiener Frauenhäuser wird zur Gänze von der Stadt finanziert. "Wien sichert ein dichtes Gewaltschutznetz für Frauen", so Frauenberger. Auch Frauen auf der Flucht sind von Gewalt betroffen. Für SJ Wien-Frauensprecherin Marlene Mutschmann-Sanchez ist das Thema brandaktuell und muss aufgezeigt werden: "Nicht nur während der Flucht sind Frauen Gewalt ausgesetzt, sondern auch in den österreichischen Erstaufnahmezentren. Frauen schlafen auf der Straße, weil die Angst vor sexueller Gewalt sehr groß ist und es keine eigenen Frauenschlafsäle gibt. Die Organisation in Erstaufnahmezentren muss eine geschlechtersensible Handschrift tragen“.

Die Situation vor Kliniken für Schwangerschaftsabbrüche spricht JG Wien-Frauensprecherin Elisabeth Esterbauer an: „Gerade Frauen in Ausnahmesituationen müssen vor psychischer Gewalt geschützt werden. Es muss daher alles unternommen werden, um den Psychoterror vor Gesundheitseinrichtungen, wie beispielsweise den Wiener Schwangerschaftsabbruch-Kliniken, zu beenden.“ In allen Wiener Bezirken wird in den nächsten Tagen das dichte Wiener Gewaltschutznetz sichtbar gemacht werden. Abschließend bekräftigen die Sozialdemokratinnen die Forderungen nach einer eigenständigen Existenzsicherung für eine größtmögliche Unabhängigkeit von Frauen: "Finanzielle Absicherung schützt vor der Willkür des Partners, unsere Aufgabe ist es, Frauen zu stärken, damit sie selbstbestimmt leben können".

Website der Wiener Frauenhäuser: http://www.frauenhaeuser-wien.at 24-Stunden-Frauennotruf: http://bit.ly/1ldrWio

 

Foto: Markus Sibrawa