Heinisch-Hosek: Bewusstsein über Gewalt gegen Frauen und Kinder ist gestiegen

Präsentation der Ergebnisse der Kampagne „GewaltFREI LEBEN“ – 170 PartnerInnen gewonnen, hunderte Workshops durchgeführt, mehr als 3.000 Jugendliche erreicht

Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat heute, Mittwoch, gemeinsam mit den Projektpartnerinnen Maria Rösslhumer (Gesamtkoordination), Elisabeth Gruber (Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie), Laura Schoch (Bundesjugendvertretung) und Andrea Berzlanovich (Department für Gerichtsmedizin, Medizinische Universität Wien) die Ergebnisse der „sehr erfolgreichen“, zweijährigen Kampagne „GewaltFREI LEBEN“ präsentiert. „Österreich ist Vorreiter im Bereich Gewaltschutz, seit wir 1997 das erste Gewaltschutzgesetz verabschiedet haben“, betonte die Ministerin. Österreich sei „zum Glück schon sehr weit“, aber „einiges ist noch nicht erledigt“. Es gehe darum, den Gewaltschutz in Österreich durch „Feinheiten“ zu verbessern. Bewusstseinsbildung, Aufklärung, Information und Vernetzung standen daher im Zentrum der Kampagne. „Das Bewusstsein über Gewalt – ob zu Hause, am Arbeitsplatz oder online – ist gestiegen, nicht nur in Österreich sondern auch in Europa“, stellte Heinisch-Hosek fest. Sie führt das auf die gute Vernetzung auf europäischer Ebene und das Inkrafttreten der EU-Ratskonvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen im August 2014 zurück.

Die Kampagne „GewaltFREI LEBEN“ beinhaltete drei Bereiche: Die Zusammenarbeit mit PartnerInnen, gezielte Projektarbeit mit unterschiedlichen Schwerpunkten und bessere Aufklärung und Information. Insgesamt konnten mehr als 170 PartnerInnen für die Kampagne gewonnen werden. Hunderte Workshops wurden innerhalb und außerhalb des schulischen Bereiches durchgeführt und mehr als 3.000 Kinder und Jugendliche auf diesem Wege erreicht. Die Telefonnummer der Frauenhelpline 0800 222 555 war auf mehr als 4.000 Großflächenplakaten zu sehen und wurde so bekannter gemacht. Außerdem wurden verschiedene Leitfäden erarbeitet, u.a. für das Management in Krankenhäusern, die Gewaltpräventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen oder für eine verantwortungsvolle Berichterstattung in den Medien. Die Nachfrage und das Interesse an der „breiten Palette an Maßnahmen“, die im Rahmen der Kampagne angeboten wurde, war groß. Ziel ist es, einiges davon auch über das Ende der Kampagne hinaus weiterzuführen. So sollen etwa bei Nachfrage auch in Zukunft Workshops vermittelt werden. Die Frauenministerin sprach allen Beteiligten ihren Dank dafür aus, dass „die Präventionsarbeit in Österreich weiter vorangetrieben wurde.“

Neben Bewusstseinsbildung und Information gehe es in Österreich auch um konkrete Verbesserungen etwa im Bereich Opferschutz, z.B. durch die Gewährleistung einer guten Prozessbegleitung für Opfer. Auch in der opferschutzzentrierten Täterarbeit werden neue Akzente gesetzt. Hier arbeitet das Frauenministerium eng mit dem Innenministerium zusammen, berichtete Heinisch-Hosek. Beide Ressorts stellen auch sicher, dass Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen in Österreich ausreichend finanziert werden. „Jede dritte Frau weltweit wird in ihrem Leben Opfer von Gewalt, in Österreich ist es jede fünfte“, stellte die Ministerin fest. Um dem noch stärker entgegenzuwirken, sowohl durch Prävention als auch konkrete Hilfe im Konfliktfall, hat das Ministerium einen Nationalen Aktionsplan zum Schutz von Frauen vor Gewalt erarbeitet. Er beinhaltet 64 Maßnahmen, die bereits umgesetzt wurden, oder sich in Umsetzung befinden. Auch mit den Strafrechtsänderungen hinsichtlich sexueller Selbstbestimmung und sexueller Belästigung habe Österreich einen weiteren großen Schritt gesetzt.
 

Foto: Astrid Knie