Wurm: Wir müssen das Schweigen brechen!

1. Europäischer Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch – Aktion vor dem Parlament

„Jedes fünfte Kind wird Opfer sexueller Gewalt. Wir müssen das Schweigen brechen“, sagt SPÖ-Nationalrätin Gisela Wurm. Vor dem Österreichischen Parlament wurde heute mit einer Aktion darauf aufmerksam gemacht. Wurm ist auch Vorsitzende der österreichischen Delegation zur Parlamentarischen Versammlung des Europarates, der heute ParlamentarierInnen dazu eingeladen hatte.
„Wir haben auf das Recht von Kindern, vor allen Formen der sexuellen Gewalt und des sexuellen Missbrauchs geschützt zu werden, aufmerksam gemacht. Dieser Tag soll das gesellschaftliche Bewusstsein für den Schutz von Kindern schärfen, für mehr öffentliche Diskussion sorgen und die Ratifizierung der Lanzarote-Konvention vorantreiben“, erklärt Wurm.
Kindesmissbrauch kann dabei in vielen Formen auftreten: Innerhalb der Familie, via Internet, im Zusammenhang mit Kinderpornografie und –prostitution oder in Form von sexuellen Übergriffen durch Gleichaltrige.
In den letzten Jahren haben die sexuelle Ausbeutung und der sexuelle Missbrauch von Kindern eine herausragende Bedeutung auf der politischen Agenda des Europarats und seiner Mitgliedstaaten eingenommen. Sexueller Missbrauch führt zu einem enormen Leiden der betroffenen Kinder. Alle Akteure sollten mit der gleichen Entschlossenheit den sexuellen Missbrauch bekämpfen und, je nach Form des Missbrauchs oder der Ausbeutung, konkrete Maßnahmen ergreifen.

Lanzarote-Konvention
Am 1. Juli 2010 trat das Übereinkommen des Europarats zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch (SEV Nr. 201) in Kraft. Bis heute wurde es von 37 Mitgliedstaaten ratifiziert und von allen 47 unterzeichnet. Das Übereinkommen verfolgt drei Hauptzwecke:
Prävention und Bekämpfung von sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch von Kindern;
Schutz der Rechte von kindlichen Opfern von sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch;
Forderung der nationalen und internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung dieses Phänomens.

Der preisgekrönte Film „Der See“ ist Teil der Kampagne des Europarates: http://www.assembly.coe.int/oneinfive/video/default-EN.asp