Nationalrat/Wurm: Schutz und Hilfe für Frauen und Kinder auf der Flucht

Gemeinsamer Entschließungsantrag der Frauensprecherinnen an Bundesregierung. Antrag von Wurm auch im Europarat.

„Die aktuellen Konflikte und die davon ausgehende Flüchtlingsbewegung haben das Risiko für Frauen, Opfer von Gewalt oder Diskriminierung zu werden, drastisch erhöht“, schildert Nationalrätin und SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm.
Das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) und andere Organisationen wie 10M, verzeichnen zudem auch einen Anstieg von Frauen unter den Flüchtlingen. Zudem sind Frauen sowohl in den Lagern für Flüchtlinge und Binnenvertriebene in der Konfliktregion und den Nachbarstaaten als auch auf den aktuellen Fluchtrouten mit spezifischen Bedürfnissen unter anderem in der Gesundheitsversorgung konfrontiert und leiden aufgrund der gemachten Erfahrungen an psychischen Langzeitfolgen.
In einer gemeinsamen Initiative fordern die Frauensprecherinnen im Parlament, neben Gisela Wurm sind das Dorothea Schittenhelm (V), Carmen Schimanek (F), Berivan Aslan (G), Martina Schenk (T) sowie Abgeordnete Claudia Gamon (N) von der Bundesregierung in einem Entschließungsantrag, verstärkt für Frauen und Kinder auf der Flucht aktiv zu werden.
Die Bundesregierung wird ersucht, sich dafür einzusetzen, dass
• der UNHCR sich weiterhin dafür einsetzt, die Gefahrenquellen für Frauen in den Flüchtlingslagern, insbesondere nahe den Krisenregionen, so gut wie möglich zu reduzieren und die Frauen bestmöglich zu schützen und zu versorgen;
• die österreichische Unterstützung für humanitäre Hilfe die besondere Situation und Bedürfnisse von Frauen berücksichtigt;
• Frauen und Kindern, die Opfer von Menschenhandel oder anderer Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt und Missbrauch geworden sind, Zugang zu Schutz- und Hilfsmaßnahmen u.a. im Einklang mit dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt ("Istanbul Konvention") erhalten.

Einen ähnlichen Antrag hat Gisela Wurm auch im Europarat eingebracht, wo dieser im Dezember im Gleichbehandlungsausschuss behandelt werden soll. „Die parlamentarische Versammlung des Europarates soll verstärkt Aufmerksamkeit auf die sensible Situation sowie die weitverbreitete Diskriminierung weiblicher Flüchtlinge richten. Gendersensible Asylverfahren und besondere Unterstützung sind notwendig“, so Wurm.