Selbstbestimmungsrecht für Frauen weiter ausgesetzt

Yildirim / Schiessling: „SPÖ-Frauen erneuern Forderung nach Schwangerschaftsabbrüchen in öffentlichen Krankenhäusern“

Seit 40 Jahren gibt es die Fristenlösung in Österreich. In Tirol haben Frauen immer noch keine Möglichkeit, Schwangerschaftsabbrüche an öffentlichen Krankenhäusern durchführen zu lassen.

Für die SPÖ-Frauen ist klar, dass Schwangerschaftsabbrüche eine Aufgabe der Gesundheitspolitik sind und somit an öffentlichen Krankenhäusern möglich sein müssen. Laut Erhebung des Frauenbarometers aus dem Vorjahr unterstützen 69% der Tirolerinnen und Tiroler diese Forderung.

„Politisch wird dieser Wunsch weiterhin ignoriert. Das Selbstbestimmungsrecht für Frauen bleibt in Tirol ausgesetzt“, so SPÖ Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim und SP-Gesundheitssprecherin Gabi Schiessling.

Die SPÖ hat im Juli-Landtag diesbezüglich einen Antrag eingebracht. „Unser Antrag wurde ausgesetzt. Wahrscheinlich müssen Frauen bis zum Sankt Nimmerleinstag auf ein entsprechendes Angebot warten“, ärgert sich Schiessling.

In Tirol führt nur ein Arzt Schwangerschaftsabbrüche durch. Die Landesregierung sieht darin keine qualitativen und quantitativen Mängel.

Anlässlich der morgen stattfindenden Fachtagung „40 Jahre Notlösung sind genug!“, des Aktionskomitee Schwangerschaftsabbruch in Tirol, erneuern die SPÖ-Frauen ihre Forderungen: Schwangerschaftsabbrüche an öffentlichen Krankenhäusern, aber auch nach besserer Aufklärung und einfachem, bzw. kostenlosem Zugang zu Verhütungsmitteln.

„Schwangerschaftsabbrüche zu verbieten, verhindert diese nicht, sondern macht sie lediglich für die betroffenen Frauen schwieriger, teurer und gefährlicher“, so Yildirim.

Faktum ist, dass es auch in Tirol Frauen gibt, die sich aus unterschiedlichsten Gründen dazu entschließen, eine Schwangerschaft abbrechen zu lassen. Dabei steht es keiner dritten Person und schon gar nicht der Politik zu, diesen Entschluss, der den allermeisten betroffenen Frauen nicht einfach fällt oder von ihnen leichtfertig getroffen wird, zu kritisieren oder zu tabuisieren.

Der SPÖ-Antrag im Juli Landtag hier: schwangerschaftsabbrueche_ant_291-15.pdf