Equal Pay Day 2015 „Lohnschere einschmelzen“

Lohnschere einschmelzen!
Frauen in Österreich arbeiten ab 11. Oktober gratis: Werden die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern auf voll bezahlte Arbeitstage umgerechnet, so ergibt sich daraus, dass Frauen ab Sonntag das restliche Jahr ohne Bezahlung arbeiten. Die Männer haben dann schon das Einkommen erreicht, für das Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen. Darauf machen die SPÖ-Frauen rund um den diesjährigen Equal Pay Day unter dem Motto „Lohnschere einschmelzen“ in ganz Österreich aufmerksam.
 
Situation in Vorarlberg

Dieser „Equal Pay Day“ fand in Vorarlberg aufgrund der besonders großen Lohnschere hierzulande bereits am 9. September – einen ganzen Monat früher – statt. Laut Statistik Austria verdienen ganzjährig vollbeschäftigte Arbeitnehmer in Vorarlberg jährlich € 48.806 Euro, ganzjährig vollbeschäftigte Arbeitnehmerinnen hingegen € 33.751 Euro; das ergibt eine Differenz von 30,8%. Ein Zustand, der nicht sein müsste.
 
Ursachen für Einkommensschere
Konkrete Ursachen für die große Einkommensschere in Vorarlberg sind etwa die mangelnde Transparenz von Männer- und Fraueneinkommen und die großen Mängel beim Angebot für Kinderbetreuung. Letzteres führt dazu, dass Frauen erst recht spät bzw. nur in Teilzeit wieder in den Beruf einsteigen können – die Folge sind fehlende Beitragsjahre für die Pension und damit schlussendlich ein hohes Risiko für Altersarmut.
 
Lohnschere einschmelzen: Mehr Transparenz!

Unterschiede zwischen Männer- und Fraueneinkommen müssen sichtbarer gemacht werden. Nur so können die hier vorliegenden Ungerechtigkeiten effektiver bekämpft werden.
 
Lohnschere einschmelzen: Kinderbetreuung ausbauen!
Das Angebot für Kinderbetreuungseinrichtungen muss deutlich ausgebaut werden, weil es der Nachfrage nicht gerecht wird. Damit einhergehen muss eine deutliche Vergünstigung des Angebotes – ein wichtiger Schritt hierfür wäre die Einführung des von der SPÖ geforderten „Familienpasses 365 PLUS“ sowie der SozialCard.
 
Lohnschere einschmelzen: Pensionslücken schließen!

Durch das Schließen der Einkommensunterschiede und das Aufbrechen von Rollenbildern in der Berufswahl sollen Männer dazu ermutigt werden, die Chance auf Karenzzeit und Kindererziehung wahrzunehmen. Wenn damit gleichzeitig bei Frauen der Generalverdacht auf „Arbeitsausfall durch Karenzzeit“ verhindert werden kann, ermöglicht ihnen das bessere Aufstiegschancen. Ein notwendiges Werkzeug hierfür ist vor allem in der Privatwirtschaft die Einführung von Quoten in Führungspositionen, um die „gläserne Decke“ nach oben zu durchbrechen. Damit soll der große Unterschied bei Einkommen und Pensionsbeitragszahlungen zwischen Männern und Frauen verkleinert und schlussendlich beseitigt werden.