SPÖ-Frauen Steiermark: Equal Pay Day

Stagnation der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen muss durch Maßnahmenpaket durchbrochen werden! Politik und Sozialpartner an einen Tisch!

Heute ist der steirische Equal Pay Day, das heißt Frauen arbeiten ab heute bis Jahresende im Verglich zu Männern gratis, wenn man die Einkommensdifferenz von 23,3 Prozent in der Steiermark auf das Jahr umlegt. Das Durchschnittseinkommen bei Männern beträgt in der Steiermark 46.127,- Euro. Jenes von Frauen allerdings nur 35.371,- Euro auf Basis ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung.
Österreichweiter Equal Pay Day ist der 11.Oktober, was bedeutet, dass wir im Einkommensvergleich um 1,1 Prozent bzw. 4 Tage unter dem Bundeschnitt liegen. Verglichen mit dem Vorjahr, sind wir praktisch gleich geblieben. Dies bedeutet, dass eine umfassende Kraftanstrengung der Politik, der Sozialpartner, aber auch der Frauen selbst wichtiger denn je ist.
Deshalb fordere ich ein umfassendes Maßnahmenpaket:
• Neubewertung der Arbeit. Es kann nicht sein, dass eine Stunde Arbeit mit Menschen (Handel, Pflegeberufe, Kinderbetreuung, etc.) mehr wert ist, als eine Stunde Arbeit an der Maschine
• stärkere Transparenz bei den Gehältern über detailliertere Einkommensberichte
• Durchleuchtung von Zulagensystemen, Einstufungen etc.
• Rascherer Ausbau von ganztägigen Kinderbetreuungs- und Schulplätzen
• Stärkere Berufsorientierung
• Mehr Anreize für Väterbeteiligung an der Erziehung
• Durchleuchtung der Branchenkollektivverträge auf versteckte Diskriminierungen: der aktuelle Gleichbehandlungsbericht hat einige Mängel festgestellt. ZB Im Bereich Anrechnungen von Karenzzeiten, Mehrarbeitszuschlägen, Vordienstanrechnungen oder Einstufungsregelungen.
• Mehr Vollzeitarbeitsplätze statt "Teilzeitarbeitsplätzchen", die kaum existenzsichernd sind, schon gar nicht später in der Pension
Beim gestrigen Ausschuss für Gleichbehandlung im Parlament wurde auch erörtert, dass sich die Arbeitsbedingungen von Frauen in bestimmten Branchen immer mehr verschlechtern, insbesondere bei den Reinigungsdiensten, im Handel sowie im Hotel- und Gastgewerbe. Es werden keine zusammenhängenden Dienstzeiten, sondern Teildienste abverlangt, die kaum Disposition der Freizeit zulassen und zusätzliche Fahrtzeiten und Kosten anfallen. Nur bei den Sozialberufen habe sich die Situation verbessert. Die Abgeordneten sind deshalb übereingekommen, bei einer der nächsten Sitzungen (vorwiegend männliche) Spitzen der Sozialpartnerschaft in den Ausschuss einzuladen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.