Equal-Pay-Day: SPÖ-Frauen Burgenland rücken technische und frauenuntypische Berufe in den Fokus

Die Berufswahl ist ein wesentlicher Faktor, um die Chancen von Frauen zu verbessern. Darauf machen die SPÖ-Frauen rund um den diesjährigen Equal Pay Day unter dem Motto „Lohnschere einschmelzen“  in ganz Österreich aufmerksam. „Mädchen und Frauen sollen umfassend informiert werden, damit sie sich ein gutes Bild von den Verdienstmöglichkeiten und von der Fülle an Ausbildungs- und Berufswegen machen“, so SP-Landesfrauenvorsitzende LRin Verena Dunst.

 Gute Chancen bieten technische und naturwissenschaftliche Berufe. Die SPÖ-Frauen haben Technikerinnen und Frauen in untypischen Berufen gefragt,  wie der Frauenanteil  in dieser Berufssparte gehoben werden kann. Einhelliger Tenor: Es braucht mehr Förderung vom Kindergartenalter an, praktische und lebensnahe Berufsinformation  in der Schule und vor allem mehr weibliche Vorbilder. Die Interviews können unter http://www.frauen.spoe.at/frauenportraits nachgelesen werden.
 
„Wenn es uns gelingt, den Frauenanteil in technischen und frauenuntypischen Berufen zu erhöhen, kommen wir unserem Ziel, die Lohnungleichheiten zu beheben, deutlich näher. Darüber hinaus müssen wir an vielen Schrauben drehen, um die Einkommensgerechtigkeit zu erhöhen:  Dazu zählen die Transparenz bei den Gehältern, verpflichtende Aktionspläne auf Basis der Einkommensberichte, Quoten in der Privatwirtschaft, Anreize für Väterkarenz, eine Neubewertung von Arbeit in Hinblick auf frauen- und männeruntypische Branchen und ein rascher Ausbau der flächendeckenden Kinderbetreuung und der Ganztagesschulen“, so auch das Frauenpräsidium, bestehende aus LAbg. Edith Sack, BRin VPräsin Inge Posch-Gruska, LAbg. Klaudia Friedl, LAbg. Doris Prohaska,  bekräftigend.
 
Der Equal Pay Day ist jener Tag, ab dem Frauen – statistisch gesehen – bis zum Jahresende „gratis“ arbeiten, während Männer für ihre Arbeit weiter bezahlt werden. Die Berechnung erfolgt für die einzelnen Bundesländer gesondert und basiert auf den ganzjährigen Bezügen der Vollzeitbeschäftigten. Der bundesweite Equal Pay Day ist heuer der 11. Oktober. „Das Burgenland steht besser dar und begeht diesen Tag erst am 13. Oktober, was bedeutet, dass sich die Einkommensschere schneller schließt. Im Burgenland ist der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern nicht mehr so groß. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind!“, so Dunst freudig.
 
Frauen berichten: Abwechslung und Gestaltungsmöglichkeiten sind wichtige Pluspunkte des Berufs
 
Ob Elektrotechnik, Maschinenbau, Projektmanagement, Tunnelbau, Fahrzeugindustrie oder Forschung…. – die Arbeit wird von den Frauen, die in diesem Berufsfeld arbeiten, als abwechslungsreich und herausfordernd beschrieben. Von vielen wird positiv hervorgehoben, dass kein Projekt dem anderen gleicht, dass sie mitunter an Bauvorhaben oder Planungen beteiligt sind, die in Zukunft von vielen genutzt werden und dass die technische Entwicklung ein ständiger Ansporn ist, das eigene Wissen zu erweitern.
 
Vorurteile gegenüber Frauen in diesem Bereich sind immer noch sehr hoch
 
Warum entscheiden sich immer noch so wenige Frauen für einen technischen Beruf? Als Hauptursachen werden von den Frauen starre Rollenbilder genannt, die den Kindern von früh an eingelernt werden.
 
Das beginnt mit der Wahl des Spielzeugs und findet seine Fortsetzung im Kindergarten und in der Schule, wo die technischen Begabungen von Mädchen noch immer zu wenig gefördert werden. Welche Arbeiten und Möglichkeiten es in diesem Berufszweig gibt, ist immer noch zu wenig bekannt. Was macht eine Maschinenbautechnikerin, eine Geoinformatikerin, eine Prozessleittechnikerin genau? – Berufsinformation hat nur dann einen Sinn, wenn sie lebensnah und praktisch ist und weibliche Vorbilder nutzt.
 
In vielen Bereichen haben Frauen immer noch mit großen Vorurteilen und fehlendem Respekt zu kämpfen. Aber je mehr Frauen in diesen Bereich vordringen, desto kleiner werden die Hindernisse!
 
Die Chancen von Frauen verbessern
 
So soll der Frauenanteil in technischen Berufen erhöht werden:
 
·  Aufbrechen von Rollenbildern und starren Klischees von klein an
 
·  Förderung der technischen Begabungen von Mädchen im Kindergarten und in der Schule
 
·  praxisnahe Berufsinformation, die einen lebensnahen Einblick in die verschiedenen Berufsfelder gibt
 
·  weibliche Vorbilder zeigen die umfassenden Herausforderungen und Möglichkeiten, die der Beruf mit sich bringt
 
·  mit Mentorinnenprogrammen können die ersten Schritte in die Berufswelt besser bewältigt werden
 
·   durch den Ausbau der Kinderbetreuung mit bedarfsorientierten Öffnungszeiten und ganztägigen Schulen wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert
 
·   umfassende Anreize für Frauen (Weiterbildung – auch in der Karenz, Aufstiegschancen, Coaching, eigene Workshops für Frauen) sollen geschaffen werden
 
·   der Frauenanteil in Führungspositionen soll durch Quoten schneller erhöht werden
 
 www.meine-technik.at –  Plattform der Frauenministerin bietet zahlreiche Infos

Einen guten Überblick über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten, Förderstipendien und –preise, Exkursionen, Infotage, Beratungsmöglichkeiten, Unterrichtsmaterialien und vieles mehr bietet die Plattform der Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek www.meine-technik.at