Sondersitzung – Grossmann: Reformbedarf ja, aber kein Schlechtreden des Bildungssystems

„Wien ist Bildungs-Vorzeigeland“

SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann bekräftigte in der heutigen Sondersitzung des Nationalrats zum Thema Bildung die Position der SPÖ, dass bei Reformen im Bildungsbereich die SchülerInnen und Bildungsinhalte im Mittelpunkt stehen müssen, erst dann könne es um die Struktur des Bildungswesens gehen. Diesen Weg gehe auch Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek mit der Bildungsreform; die entsprechende Reformkommission soll ja bis Mitte November Ergebnisse vorlegen. Bei der dabei angestrebten größeren Schulautonomie warnt Grossmann allerdings davor, "Schulautonomie mit Landeshauptmannautonomie zu verwechseln".

Zur Dringlichen Anfrage der Grünen sprach sich Grossmann gegen "Pauschalurteile" über das heimische Schulsystem aus: "Ja, es gibt Reformbedarf, den die Bildungsministerin auch beherzt angeht, aber unser Bildungssystem ist wesentlich besser als sein Ruf", so die SPÖ-Bildungssprecherin.

Kritik übte Grossmann daran, wenn die Leistungen der heimischen SchülerInnen als unterdurchschnittlich bezeichnet werden, "wenn ein Bild gezeichnet wird, dass aus unserem Schulsystem nur Analphabeten herauskommen". Solche falschen Pauschalurteile seien "schädigend für die SchülerInnen und schädigend für den Wirtschaftsstandort". Denn auch bei internationalen Wettbewerben wie Berufsolympiaden schneiden ÖsterreicherInnen oft sehr gut ab – "ein Beweis für die guten Leistungen der AbsolventInnen, die Qualität des Systems und der Verantwortlichen, nämlich der Lehrerinnen und Lehrer".

Die heutige Anfrage der Grünen sieht Grossmann auch den Landtagswahlen in Wien am kommenden Sonntag geschuldet. "Und Wien ist ein Bildungs-Vorzeigeland", betonte die SPÖ-Abgeordnete und verwies auf den Gratis-Kindergarten, den guten Ausbau der ganztägigen Schulen, Sprachförderung und Gratis-Nachhilfe.