Personalpolitik des Landes ist zum Schämen!

Schiessling / Yildirim: „ÖVP verhöhnt die Frauen im Land, Grüne schauen zu“

Landeshauptmann Platter hat höchstpersönlich ein Frauenförderungsprogramm für den Landesdienst verordnet. Demnach sollen in jeder Verwendungsgruppe 40 % Frauen sein. „Papier ist bekanntlich geduldig, unsere Geduld ist aber erschöpft“, ärgern sich LA Gabi Schiessling, Frauensprecherin der SPÖ im Landtag und Selma Yildirim, Frauenvorsitzende der SPÖ Tirol.
Mit 17 % Frauen in Führungspositionen ist man im Landesdienst davon meilenweit entfernt. Bei den Landesunternehmen Tiwag und Hypo wurden heuer die Vorstandsetagen neu besetzt. Auch sie bleiben fest in Männerhand.
„Wie die ÖVP mit qualifizierten Bewerberinnen umgeht, ist eine echte Verhöhnung der Frauen im Land“, so die beiden SPÖ-Politikerinnen. Zur Erinnerung: Die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit im Land wurde sozusagen freihändig mit dem stv. Geschäftsführer der ÖVP besetzt. Die stellvertretende Abteilungsleiterin wurde übergangen und nun quasi versetzt. Ähnliches ist nun offenbar in der Abteilung Juff geplant.
„Postenschacher zugunsten von Parteifreunden. Ein Sittenbild, das zum Schämen ist. Dass diese Vorgehensweise Frauen nicht motiviert, sich zu bewerben, ist klar. Beim Land werden offenbar nicht die besten MitarbeiterInnen gesucht, sondern jene, die der ÖVP am besten zu Gesicht stehen. Für derartige Beliebigkeit darf kein Platz sein“, kritisiert Yildirim.
„Frauen werden offen diskriminiert. Besonders erschüttert mich, dass die Grünen dabei zuschauen. Die SPÖ hätte so etwas als Regierungspartner nicht toleriert“, stellt Schiessling klar.
Das Land hat gesellschaftspolitisch eine Vorbildwirkung, die es allerdings nicht wahrnimmt. Das ist auch bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung klar zu sehen. Öffentliche Ausschreibungen, verpflichtende Hearings, gereihte Dreiervorschläge und eine verbindliche Geschlechterquote von 40 % fordern die SPÖ-Politikerinnen einmal mehr.