Nationalrat – Kuntzl: Kinder stehen im Mittelpunkt der Bildungsreform

FPÖ stimmte in Wien 49 Mal gegen Maßnahmen zur Sprachförderung und zur besseren Integration von Kindern

"Für die SPÖ gibt es mehrere Grundsätze, die im Mittelpunkt der Debatte rund um die Bildungsreform stehen. Die Neugierde der Kinder ist zu erhalten. Nur Kinder, die sich wohlfühlen, lernen auch gerne. Weiters sind die Stärken der Kinder zu stärken und die Schwächen zu schwächen. Eine individuelle Förderung ist daher in einer gemeinsamen Schule unumgänglich. Letztlich darf kein Kind zurückgelassen werden", sagte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl während der heutigen Sondersitzung im Nationalrat.

"Eine Entscheidung über die weitere Schulkarriere mit 9,5 Jahren zu treffen, ist zu früh. Daher treten wir für die gemeinsame Schule der 9 bis 14-jährigen ein. Wir unterstützen dieses Projekt und wollen ihm endlich zum Durchbruch verhelfen", so Kuntzl. "Dabei geht es darum, die Eltern zu unterstützen, die das Beste für ihre Kinder wollen, aber nicht gleichzeitig der permanente Nachhilfelehrer oder die permanente Nachhilfelehrerin sein können. Hier zeigt Wien seine Vorbildwirkung, in dem die Gratisnachhilfe eingeführt wurde", so Kuntzl.

Kuntzl kritisierte einen Antrag der FPÖ. "Mit dem Antrag fordert die FPÖ eine Ghettoisierung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache, in dem sie die Kinder in eigene Klassen geben möchte. Wir wissen aber, dass Kinder vor allem voneinander lernen und daher sollen sie auch gemeinsam in der Klasse bleiben", betont Kuntzl.

Grundsätzlich sei es auffällig, dass die FPÖ in den vergangenen Jahren, bei Abstimmungen 49 mal zu verstärkten Sprachförderungen oder vertiefenden Integrationsmaßnahmen immer dagegen gestimmt habe. "Es sieht so aus, als wolle die FPÖ gar keine Probleme lösen", so Kuntzl abschließend.
 

Foto: Parlamentsdirektion/WILKE