Nationalrat – Heinisch-Hosek: Wir arbeiten an der Schule der Zukunft

Schulverwaltung muss effizienter werden – Bildung darf nicht vererbt werden – Schulen mit verschränktem Ganztagsunterricht Ziel

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat heute, Dienstag, im Rahmen einer Nationalratssondersitzung zum Thema Bildungsreform festgehalten, dass "es in Österreich viele Beispiele dafür gibt, was unser Schulsystem jetzt schon kann". Die Ministerin habe in den letzten Wochen zahlreiche Schulen in ganz Österreich besucht und dabei ganz unterschiedliche Formen und Ansätze erlebt "und überall engagierte Leute, die dort arbeiten". Es sei bereits viel passiert im österreichischen Schulsystem, "vieles ist aber auch noch verbesserungswürdig und genau daran arbeiten wir". Bis zum 17. November werde die Regierung die Ergebnisse der Reformkommission präsentieren. "Wir arbeiten in der Regierung und mit den Bundesländern an der Schule der Zukunft."

Beim Thema Bildung haben neben dem Bildungsministerium noch eine Vielzahl anderer Beteiligter mitzubestimmen. Neben den neun Bundesländern gebe es allein 2.100 Gemeinden, die als Schulerhalter fungieren. In der Reformgruppe werde daran gearbeitet, diese verschiedenen Kompetenzen "unter einen Hut zu bringen", berichtete Heinisch-Hosek. "Die Verwaltung muss einfacher, effizienter und für Eltern transparenter werden", betonte die Ministerin.

"Die Bildungsreform soll von der Frühkindpädagogik bis zur Erwachsenenbildung aus einem Guss sein", daran werde laufend gearbeitet, Sitzungen finden auf verschiedenen Ebenen wöchentlich statt. "Ich wünsche mir, dass die Kinder in einem System aufwachsen, in dem sie in einer sinnvollen Abfolge von Freizeit und Unterricht lernen können." Die Schule der Zukunft beinhalte einen verschränkten Unterricht. "Dazu gehört, dass die Schule früh öffnet und vielleicht auch in den Ferien offen hat und außerdem Nachhilfe für Benachteiligte bereitstellt", so Heinisch-Hosek.

Denn, "Bildungsnachteile dürfen nicht vererbt werden", stellte die Ministerin klar. Leider sei es immer noch nicht egal, in welche Familie ein Kind geboren werde. "Die Chancen sind nicht gleich. Familie kann aber nicht alles leisten, das muss die Schule auffangen", ist Heinisch-Hosek überzeugt. Das verpflichtende Gratiskindergartenjahr und verpflichtende Gespräche mit den Eltern vor dem Schuleintritt seien ein wichtiger Schritt, damit nicht ein einziges Gespräch mit dem Schulleiter darüber entscheidet, welchen weiteren Bildungsweg das Kind gehen wird, so Heinisch-Hosek. Wichtig sei ein sanfter Übergang vom Kindergarten in die Schule.

In der Reformgruppe werde "über alles" diskutiert, über eine "Entrümpelung" der Lehrpläne, wie sichergestellt werden kann, dass Schulleiter auch gute Manager sind, bis dahin, dass sich Schulen einer Region zu "Bünden" zusammenschließen könnten, um Verwaltung und Organisation zu teilen und die Erhaltung von Kleinstschulen sicherzustellen.

Es gehe darum, "Schulstandorte zu stärken durch mehr Autonomie, mehr Eigenverantwortung", betonte Heinisch-Hosek. Dabei gehe es etwa um die Frage, wie Fächer besser kombiniert werden und inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden können. Auch Öffnungszeiten sollten frei und flexibel gestaltet werden können.

Die Qualitätssicherung sei in diesem Zusammenhang "ein ganz wichtiger Teil der Debatte", die "Schulaufsicht alt" soll es nicht mehr geben, statt dessen eine Art Qualitätssicherungsbehörde, die die Schulen begleitet und kontrolliert, sagte Heinisch-Hosek. Über Details aus den Verhandlungen der Reformgruppe könne sie noch nicht berichten, bat die Ministerin um Verständnis. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden aber intensive Gespräche unter Einbindung aller geführt werden.

"Uns ist der Handlungsbedarf mehr als bewusst. Wir wissen, was wir erreicht haben, was wir noch erreichen müssen", betonte Heinisch-Hosek in Hinblick auf den 17. November.