Filmbranche – Wurm will Frauenförderung forcieren

Wurm begrüßt Impulse durch Film-Frauen-Netzwerk „FC Gloria“

SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm, Vorsitzende des Gleichbehandlungsausschusses im Parlament, unterstützt die Forderungen nach mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Filmbranche und gezielten Maßnahmen zur Frauenförderung. Ein entsprechender Entschließungsantrag der Grünen steht heute auch auf der Tagesordnung des Gleichbehandlungsausschusses. "Die Unterrepräsentanz von Frauen in der Filmbranche ist evident. In den Bereichen Regie, Kamera, Produktion sowie in Entscheidungsgremien und Vorständen der Filmfördereinrichtungen sind Frauen noch immer in der Unterzahl", so Wurm. Es brauche deshalb gezieltere Maßnahmen zur Gleichstellung – Stichwort Genderbudgeting. Wurm schlägt deshalb vor, den Entschließungsantrag der Grünen dem zuständigen Kulturausschuss zuzuweisen, um dort zu einer gemeinsamen parlamentarischen Initiative zu kommen.

Die Vorsitzende des Gleichbehandlungsausschusses will davor auch den inhaltlichen Austausch mit dem Verein "FC Gloria" suchen. Dieses Netzwerk von Frauen in der Filmbranche setzt sich seit einigen Jahren für gezielte Frauenfördermaßnahmen und eine geschlechtergerechte Förderpolitik ein. Die Zahlen für die Filmbranche: 2014 wurden Projekte, Stipendien und Preise in der Höhe von rund zwei Mio. Euro gefördert, davon gingen etwa 1,1 Mio. Euro an Männer und 980.000 Euro an Frauen. Männer erhielten in der Filmbranche also um 11 Prozent mehr an Fördermitteln.

Gleichzeitig zeigt sich, dass die erheblichen Anstrengungen des Bundes, um dem Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern im Kulturbereich entgegenzusteuern, Wirkung zeigen. Im Sinne einer ausgewogenen Verteilung von Fördermitteln werden seit 2007 alle Transferleistungen, die direkt an einzelne Künstlerinnen und Künstler gehen, nach genderbezogenen Kriterien ausgewertet. Das Geschlechterverhältnis bei der Vergabe von Förderungen war 2014 nahezu ausgeglichen und lag bei 51 Prozent Männer und 49 Prozent Frauen. Außerdem wird im Kulturministerium seit einigen Jahren ein Schwerpunkt im Bereich der Nachwuchsförderung gesetzt. Das zeigt Erfolg, denn laut Kunstbericht wird der Anteil kunstschaffender jüngerer Frauen immer größer.
 

Foto: Parlamentsdirektion/SIMONIS