Auch 2015 verdienen Frauen immer noch deutlich weniger als Männer

SPÖ Frauen Salzburg fordern „Zeit zum Arbeiten. Zeit zum Leben.“

Kommenden Samstag ist Equal Pay Day in Salzburg
Kommenden Samstag, den 3. Oktober ist wieder Equal Pay Day in Salzburg, also jener Tag ab dem Frauen gratis arbeiten, da sie immer noch deutlich weniger verdienen als Männer. Konkret belegen die aktuellen Einkommensstatistiken, dass Frauen in Salzburg immer noch um 32,7 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. „Wir haben zwar bereits viele Maßnahmen gesetzt, so dass die Einkommenskluft schon deutlich gesunken ist. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass es höchst an der Zeit ist, diese Schere endgültig zu schließen. Wir haben von politischer Seite die Möglichkeiten dazu und müssen daher auch konsequent unsere Forderungen durchsetzen“, betont SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Ingrid Riezler anlässlich des Equal Pay Days in Salzburg.
 
Einkommenstransparenz und Neubewertung der Arbeit
„Ein großes Problem sind beispielsweise die sehr langen Baby-Pausen, denn der Wiedereinstieg in den Beruf ist sehr schwer für Frauen. Meist finden sich Frauen nach der Karenz in einer Teilzeitanstellung wieder, die auch oftmals nicht der eigentlichen Qualifikation der Frauen entspricht“, erklärt Riezler. Die SPÖ-Frauen Salzburg fordern daher, dass Väter und Mütter gleichzeitig in Karenz gehen und demnach auch gleichzeitig Kindergeld beziehen können. Damit wäre der Totalausstieg aus dem Beruf nicht mehr notwendig und sowohl Kindererziehung als auch Hausarbeit können von Anfang an partnerschaftlich geteilt werden. „Für uns ist die Einschränkung der Elternteilzeit – wie geplant – ein völlig falscher Ansatz. Besser wäre es, eine Reduktion auf  mindestens 30 Stunden, also vollzeitnah zu ermöglichen und dies pensionsrechtlich als Vollzeit-Arbeitsstelle zu werten. Gleichzeitig soll die Elternteilzeit bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes ausgeweitet werden," fasst Riezler die Forderungen der SPÖ-Frauen zusammen.
 
Anreize für Zuverdienerinnenmodelle abschaffen

Es sollen aber auch die Anreize für Zuverdienst-Modelle abgeschafft werden. „Alleinerzieherabsetzbetrag, beitragsfreie Mitversicherung und Beschäftigungsverhältnisse ohne Sozialversicherungspflicht führen dazu, dass Frauen in Abhängigkeit des Partners bleiben und Männer die finanzielle Belastung durch die Familie stemmen müssen. In der Familienpolitik müssen wir also dringend neue Wege gehen, um eine Partnerschaft zu ermöglichen“, ist Riezler überzeugt.
 
Darüber hinaus fordern die SPÖ-Frauen auch erneut eine Verstärkung der Einkommenstransparenz. „Wenn die Gehaltsstrukturen offen gelegt werden müssen, kommen Unternehmen auch in Erklärungsnot, wenn sie gleiche Arbeit ungleich bezahlen“, begründet Riezler die Forderung und ergänzt: „Zugleich braucht es natürlich auch eine Neubewertung der Arbeit in typischen Frauenberufen, da das Lohnniveau in diesen Berufssparten meist immer noch drastisch unterbewertet ist.“