Neue PädagogInnenbildung geht an den Start

Mit diesem Herbst starten alle Pädagogischen Hochschulen mit den neuen Lehramtsstudien in der Primarstufe. Die Standorte sind darauf bestens vorbereitet. In der Sekundarstufe Allgemeinbildung und Berufsbildung findet die Umstellung auf die neue PädagogInnenbildung an allen Standorten bis zum Studienjahr 2016/17 statt. Die Sekundarstufenausbildung wird künftig in vier Verbundregionen angeboten, in denen jeweils Pädagogische Hochschulen und Universitäten kooperieren, um das Studium gemeinsam anzubieten. In allen vier Verbundregionen wird daher intensiv an guten Kooperationen zwischen den Bildungseinrichtungen gearbeitet. Vorreiterin ist der Entwicklungsverbund Süd-Ost, der nicht nur in der Primarstufe, sondern auch in der Sekundarstufe schon mit diesem Studienjahr 2015/16 mit der neuen PädagogInnenbildung startet. Am Freitag, 2. Oktober 2015, wird der erste diesbezügliche Kooperationsvertrag zwischen den Institutionen des Entwicklungsverbunds (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Karl-Franzens-Universität Graz, Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz, Stiftung private Pädagogische Hochschule Burgenland, Pädagogische Hochschule Kärnten, Pädagogische Hochschule Steiermark, Technische Universität Graz, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz) im Beisein von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek unterschrieben. "Ich freue mich, dass dieses wichtige Projekt nun in die letzte Phase der Umsetzung geht. Die Umstellung der Studien ist ein wichtiger Schritt und bringt noch mehr Qualität in die Klassenzimmer", so Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Die Bundesministerin sieht in den Kooperationen auch eine Chance, für alle beteiligten Institutionen Synergien zu schaffen und voneinander zu lernen und zu profitieren. "Die Pädagogischen Hochschulen sind in der LehrerInnenbildung unverzichtbar", so Heinisch-Hosek. Der unmittelbare Kontakt mit den Schulen ist ein Alleinstellungsmerkmal der Pädagogischen Hochschulen, wodurch ein reger Austausch zwischen Forschung und Praxis, zwischen Ausbildung und Fortbildung, ermöglicht wird. "Nur so ist es möglich, dass aktuelle Forschungsergebnisse genauso wie Erfahrungen aus der Praxis laufend in die Aus- und Weiterbildungsangebote einfließen können." Davon würden auch die Universitäten profitieren, die wiederum in anderen Bereichen wie etwa in den Fachwissenschaften ihre Stärken in die Kooperationen einbringen. Von einer dadurch noch besseren Ausbildung profitieren letztlich unsere künftigen Lehrerinnen und Lehrer. Mit einer Studiendauer von acht Semestern bis zum Bachelor und der Möglichkeit eines berufsbegleitenden Masterstudiums (zwei Semester für die Primarstufe, drei Semester für die Sekundarstufe und vier Semester für Spezialisierungen in der Sekundarstufe), bietet die neue PädagogInnenbildung eine enge Verbindung von Wissenschaft und Praxis. Vor allem bietet sie eine Vielzahl an professionsorientierten Spezialisierungsmöglichkeiten durch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen. Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität beim Einsatz der Pädagoginnen und Pädagogen von morgen. Ein Fokus der neuen Ausbildung liegt hier auf der Vermittlung von inklusiven, interkulturellen sowie Gender-Kompetenzen. Inklusive Pädagogik ist mit der neuen Ausbildung in allen Studien jedenfalls als Schwerpunkt anzubieten und startet mit dem Studienjahr 2015/16 im Primarbereich an allen Standorten. Der Aus- und Aufbau von Genderkompetenz ist ebenfalls ein zentraler Teil der neuen PädagogInnenbildung: "Es bestehen massive Unterschiede in den Bildungskarrieren von Buben und Mädchen. Zukünftige LehrerInnen werden nun verstärkt dafür sensibilisiert, der Übertragung von Geschlechterstereotypen im Unterricht entgegenzuwirken", meint Heinisch-Hosek. Die Pädagogische Hochschule Salzburg hat dem Thema "Geschlechtergerechte Pädagogik" eine neue, eigene Professur gewidmet. Eine weitere wichtige Neuerung ist die Berücksichtigung neuer Ausbildungswege, die es Personen mit anderen Erstausbildungen ermöglichen, in einen pädagogischen Beruf einzusteigen. Nicht nur die Ausbildung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer wird neu gestaltet, auch der Einstieg in den Beruf wird neu organisiert. Das neue Dienstrecht sieht für alle JunglehrerInnen in ihrem ersten Berufsjahr die Begleitung durch speziell ausgebildete MentorInnen vor.
 

Foto: Astrid Knie