ÖVP muss frauenpolitisch endlich in der Gegenwart ankommen!

Yildirim / Schiessling: „Land muss Vorbildwirkung haben. Zurück an den Herd-Politik endlich beenden“

„Wo ein Wille, da ein Weg. Dass der politische Wille, Frauen zu fördern und in Führungspositionen zu bringen, bei der ÖVP nicht existent ist, beweist einmal mehr der Bericht der Gleichbehandlungsbeauftragten“, ärgert sich SP-Frauensprecherin LA Gabi Schiessling.

Im Landesdienst sind nur 17 % der Führungspositionen mit Frauen besetzt. 180 Männern stehen 37 Frauen gegenüber. Dass die Geleichbehandlungsbeauftragte überwiegend von Frauen aufgesucht wird, spricht ebenfalls Bände.

„Einmal mehr zeigt sich in Tirol, dass Lippenbekenntnisse nichts nützen. Wir fordern daher eine verbindliche Geschlechterquote von 40 %. Auch und gerade in Führungspositionen“, stellt Selma Yildirim, Frauenvorsitzende der SPÖ Tirol klar. Nichteinhaltung müsse Konsequenzen haben, denn: „Wohin wir es mit der Good-Will-Erklärung des Landeshauptmannes gebracht haben, sieht man ja.“

Öffentliche Ausschreibungen, verpflichtende Hearings und gereihte Dreiervorschläge, fordern die SPÖ-Politikerinnen. Es gebe genügend qualifizierte Frauen, sie müssten aber eben auch zum Zug kommen. Die vorgeschriebene Frauenförderung im öffentlichen Dienst werde derzeit nicht mit Leben gefüllt, kritisiert Yildirim. „Viele Frauen arbeiten in bestimmten Lebensphasen Teilzeit. Auch sie können Führungspositionen übernehmen. Große Unternehmen z.B. in Deutschland leben das bereits erfolgreich vor.“

Wie heuer bei der Besetzung der Abteilungsleitung der Öffentlichkeitsarbeit im Land vorgegangen wurde, spricht Bände. Die stellvertretende Abteilungsleiterin wurde zugunsten eines ÖVP-Parteiangestellten und LH-Günstlings übergangen. Für derartige Beliebigkeit darf kein Platz sein. „Die ÖVP betreibt Postenschacher zugunsten von Parteifreunden. Ein Sittenbild, das zum Schämen ist. Frauen werden offen diskriminiert. Dass die Grünen bei dieser ‚zurück an den Herd-Politik‘ mitmachen, erschüttert mich“, so Schiessling.

„Aufgabe der Politik ist es, Vorbildwirkung zu haben und gesellschaftspolitischen Wandel zu unterstützen anstatt ihn zu blockieren. Bei der ÖVP ist das im Hinblick auf Frauenpolitik jedenfalls noch nicht angekommen“, kritisiert Yildirim.

Ein Beispiel ist der von Schiessling im November-Landtag 2013 eingebrachte Antrag zur Umsetzung von Vorschlägen der Gleichbehandlungsbeauftragten. Dieser wurde heuer nach eineinhalb Jahren (!) von Schwarz-Grün abgelehnt.