Bayr zum Beschluss der Nachhaltigen Entwicklungsziele: Umsetzung in Österreich gut planen!

Koordination aller Ressorts wird nötig sein

Petra Bayr, SPÖ-Sprecherin für globale Entwicklung, appelliert an alle Ressorts und die Bundesländer, einen umfassenden Plan zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele, die Ende der Woche im Rahmen der Vereinten Nationen beschlossen werden, zu erarbeiten: "Die Nachhaltigen Entwicklungsziele haben eine neue Qualität: Sie sind universell, das heißt, sie gelten für alle Länder der Welt. Für die Umsetzung der Ziele in Österreich bedarf es einer strukturierten Koordination aller zuständigen Bereiche. Die Themen werden alle Ressorts betreffen: Bildung, Umweltschutz, Infrastruktur, internationale Zusammenarbeit und vieles mehr sind von den SDGs gefordert." Durch eine Bertelsmann-Studie wurde klar, wo Österreich Aufholbedarf hat: bei egalitärem Zugang zu Bildung, Maßnahmen bei der Reduktion von Feinstaub und beim Beenden des geschlechtsspezifischen Lohngefälles.

Im März werden die Indikatoren beschlossen, anhand derer das Erreichen der 17 Ziele und 169 Parameter beurteilt werden soll. Bayr ist überzeugt, dass das Rad dafür nicht neu erfunden werden muss: "Österreich unterliegt bereits einer ganzen Reihe an Berichtspflichten und ich bin sicher, dass die Indikatoren der SDGs sich mit bestehenden zumindest teilweise decken werden."

Ziel 12 der SDGs strebt nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster an und ist laut Bayr "damit ein typisches Ziel, das nur global erreicht werden kann". Beispiel Kleidung: Wird in Österreich verstärkt nach Fairtrade-Kleidung nachgefragt, hat das direkte Auswirkungen auf die Produktionsbedingungen in den Ländern. "Arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen muss der Vergangenheit angehören – und wir haben in Österreich dazu eine starke Möglichkeit, mit unserem Konsum die Produktionsbedingungen zu beeinflussen", fordert Bayr.

 

Foto: Petra Spiola