Aktuelle Stunde – Heinisch-Hosek: Alle Kinder sind im österreichischen Schulsystem willkommen

Schulstart heuer gut verlaufen – 6.000 Flüchtlingskinder zusätzlich im Schulsystem – PädagogInnen müssen unterstützt werden – Schulsystem in Österreich wird weiterentwickelt

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat heute, Mittwoch, im Rahmen der "Aktuellen Stunde" im Parlament berichtet, dass der Schulstart heuer gut verlaufen sei. "So kritisch manche das österreichische Schulsystem betrachten – und auch ich sehe Optimierungsbedarf -, in unserem Schulsystem sind alle Kinder herzlich willkommen", machte Heinisch-Hosek deutlich. Das sei vor allem auch der guten Vorarbeit aller Beteiligten zu verdanken, die bereits vor dem Sommer die nötigen Vorkehrungen für einen gelingenden Schulstart geleistet haben, "damit alle Kinder das bekommen, was sie benötigen". 6.000 Kinder seien in diesem Schuljahr zusätzlich ins Schulsystem gekommen, berichtete die Ministerin. "Das ist ein Kind pro Schule. Es steht wohl außer Zweifel, dass das verkraftbar ist", stellte Heinisch-Hosek klar.

Wenn man sich den Unterricht von heute anschaue, "wo Geschichte am Smartphone gelehrt wird, manche gar keine Schulglocke mehr kennen, viele Schulen auf Projektarbeit setzen", dann könne man sagen, "dass sich in Österreich viel verändert hat". Der Schulstart 2015/2016 sei für viele Kinder unterschiedlich verlaufen. Nicht alle hätten Schultüten gehabt, sondern "nur die Kleidung, die sie auf dem Leib trugen", so Heinisch-Hosek. Viele Flüchtlingskinder hätten in der Schule ein "Willkommensgefühl" empfunden und seit Monaten wieder Sicherheit, Ordnung und Geborgenheit erlebt. Heinisch-Hosek bedankte sich hierfür bei den vielen LehrerInnen, die einen "herausragenden Job" erledigen. Wichtig sei, die PädagogInnen nun weiterhin mit dem zu unterstützen, was sie zusätzlich brauchen. Heinisch-Hosek begrüßt daher, dass die Regierung zusätzliche Mittel für Integrationsmaßnahmen bereitgestellt hat.

Die Ministerin startet in ihrem Ressort zwei Projekte für bessere Integration. Interkulturelle, mobile und flexibel arbeitende Teams in jedem Bundesland unterstützen das Schulpersonal, betreuen (Flüchtlings-)Kinder psychologisch, helfen aber beispielsweise auch, Sprachbarrieren zu den Eltern abzubauen.

Das zweite Projekt legt den Fokus auf die Zeit nach der Schulpflicht, "auf die Gruppe jener jungen Menschen, die hier leben und sich eine Existenz aufbauen wollen". Im Rahmen der "Initiative Erwachsenenbildung" arbeite das AMS eng mit Berufsschulen zusammen, um diesen jungen Menschen Perspektiven zu geben.

Man habe im österreichischen Schulsystem aber auch inhaltlich neue Wege beschritten, so die Ministerin. Zum ersten Mal werden heuer 45.000 SchülerInnen die dreiteilige Zentralmatura ablegen, die aus einer vorwissenschaftlichen Arbeit bzw. einer Diplomarbeit, schriftlicher und mündlicher Reifeprüfung bestehe. Diese Form der Matura werde den SchülerInnen "Entlastung bringen, ohne auf Leistung zu verzichten", betonte Heinisch-Hosek.

Auch mit der Neuen Mittelschule habe man neue Wege beschritten, so die Ministerin, die "kein Geheimnis" daraus macht, dass sie möchte, "dass die Gruppe der 10- bis 14-Jährigen gemeinsam unterrichtet, gefordert und gefördert wird". In der Neuen Mittelschule würden neue Konzepte gelebt, kein Kind werde ausgegrenzt, sondern auf seinem individuellen Weg begleitet. In Sachen Schulreform betonte die Bildungsministerin, diese solle "weniger Verwaltung, mehr Inhalte" mit sich bringen. Sie sei offen und dankbar für Kritik, mahnte aber, Politik nicht auf dem Rücken der Kinder zu machen. "Für alle Kinder wollen wir nur das Beste", so Heinisch-Hosek.
 

Foto: Astrid Knie