Bayr: Österreichischen UNHCR-Beitrag deutlich erhöhen

SPÖ-Sprecherin für globale Entwicklung fordert Mindestanhebung von 33 Cent pro Kopf auf deutschen Wert von 89 Cent für UNO-Flüchtlingshilfe

Volle Unterstützung kommt von SPÖ-Sprecherin für globale Entwicklung Petra Bayr für die Forderung von Bundeskanzler Werner Faymann nach einer deutlichen Aufstockung der Mittel an die UNO-Flüchtlingsorganisation UNHCR, die mit dem Geld die Flüchtlingslager in der Türkei, dem Libanon und Jordanien unterstützen kann. "Derzeit zahlt Österreich jährlich 33 Cent pro Kopf an das UNO-Flüchtlingshilfswerk, diesen Beitrag müssen wir dringend erhöhen und zumindest an die deutschen Beiträge von 89 Cent pro Kopf anpassen. Das wäre ein Gesamtbetrag von 6,3 Millionen Euro für Österreich, was leicht zu stemmen ist und sowohl die Lage vor Ort in den Flüchtlingslagern als auch die Situation in Europa entschärfen würde", so Bayr am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Solange sich die Versorgungslage in den Nachbarstaaten der Kriegsgebiete laufend verschlechtert, werden weiterhin tausende Menschen nach Europa fliehen. Viele Menschen hätten lange nahe ihrer Heimat darauf gewartet, dass sie zurückgehen können. "Viele von ihnen wären auch lieber dort geblieben. Doch die Verknappung der Versorgung in den Nachbarländern hat die weitere Flucht nach Europa erzwungen", betont Bayr. Außerdem koste eine menschenwürdige Versorgung der Flüchtlinge in den Lagern vor Ort nur einen Bruchteil der Versorgung in Europa.

Gefordert sieht Bayr gerade auch Ungarn, sich an der Aufstockung der UNHCR-Gelder zu beteiligen. "Zäune zu bauen und kein Asyl zu gewähren, kann sicher keine angemessene Antwort auf die Flucht vor Krieg und Terror sein", so Bayr.

Besonderes Augenmerk müsse beim Einsatz der Mittel auf die Sicherheit von Frauen und Mädchen in den Flüchtlingslagern im Libanon, der Türkei und in Jordanien gelegt werden. "Sexuelle Übergriffe, hohe Kindersterblichkeit und Zwangsprostitution sind brennende Probleme in den unterversorgten Lagern – denen müssen wir dringend begegnen. Frauen müssen das Recht auf ein sicheres Leben, Selbstbestimmung und adäquate Gesundheitsversorgung haben, Kinder darüber hinaus das Recht auf Bildung und darauf, Kind sein zu können."
 

Foto: Petra Spiola