Weltfrauenkonferenz der IndustriALL Global Union – SPÖ: Frauenrechte stärken!

Hochrangige SPÖ-RegierungsvertreterInnen eröffnen erste Weltfrauenkonferenz des Dachverbandes der Metall-, Chemie-, Energie-und Textilgewerkschaften

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Staatssekretärin Sonja Steßl haben heute, Montag, an der Eröffnung der erstmals stattfindenden Weltfrauenkonferenz des Dachverbandes der Metall-, Chemie-, Energie-und Textilgewerkschaften (IndustriALL Global Union) in der ÖGB-Zentrale in Wien teilgenommen und Begrüßungsworte gesprochen. Im Mittelpunkt der dreitägigen Konferenz (14. bis 16. September) stehen die Themen Arbeitsbedingungen und Gewalt gegen Frauen. Mehr als 300 SpitzengewerkschafterInnen aus aller Welt nehmen an der Konferenz teil, um über Gesundheit und Sicherheit oder den Kampf gegen sexuelle Gewalt gegenüber Frauen zu beraten.

Die stellvertretende Generalsekretärin der IndustriALL Global Union Monika Kemperle begrüßte die zahlreichen Delegierten und Ehrengäste, neben den SPÖ-RegierungsvertreterInnen u.a. Bundespräsidenten Heinz Fischer, ÖGB-Präsident Erich Foglar und PRO-GE Vorsitzenden Rainer Wimmer. "Als ÖGB-Vizepräsidentin waren mir Frauenfragen in der Gewerkschaft immer ein großes Anliegen", betonte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. Frauenfragen dürfen keine Nebensächlichkeit, sondern müssen Hauptthema sein, forderte Oberhauser. Wie aktuell Frauenfragen sind, zeige die anhaltende Weltwirtschaftskrise, in der besonders viele Frauen ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Zum Thema Gesundheit und Frauen betonte die Ministerin, dass hierfür gute Arbeitsbedingungen auschlaggebend seien. Nicht zuletzt der Fabrikhalleneinsturz in Bangladesch habe gezeigt, unter welch verheerenden Umständen Frauen und Kinder weltweit arbeiten müssen. Doppelt- und Dreifachbelastungen durch Arbeit, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen lassen Frauen oft schneller krank werden als Männer, hier müsse entgegengewirkt werden. Auch die aktuelle Flüchtlingslage zeige die schwierige Situation besonders der Frauen, die sich mit Kindern auf die Flucht begeben. Oberhauser bedankte sich bei den anwesenden GewerkschafterInnen für ihren Einsatz, Frauenfragen in den Fokus zu rücken.

"Wir leben in einem Land, in dem wir legistisch gesehen vollkommende Gleichheit haben", betonte Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer. "In der Realität müssen wir allerdings feststellen, dass etwa die Frage des gleichen Einkommens immer noch ein Problem darstellt." Es sei ein "ständiger Prozess, dass die Einkommensschere kleiner wird", unterstrich Hundstorfer. Langfristiges Ziel sei die Schließung der Einkommensschere. Das erfordere einen "gemeinsamen Prozess. Wir werden das gemeinsam tun", hielt der Minister fest. Auch auf europäischer Ebene werde sich Österreich dafür einsetzen, arbeitsrechtliche Verbesserungen für Frauen voranzutreiben, etwa hinsichtlich eines ausreichenden Mutterschutzes und Eltern-Karenzurlaubes und der Teilhabe von Männern an der Kinderbetreuung.

Frauen- und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek betonte: "Frauenrechte sind Menschenrechte." Als solche seien sie unteilbar und nicht verhandelbar. "Frauenrechte sind aber auch Arbeitnehmerinnenrechte und die sind verhandelbar", stellte Heinisch-Hosek klar und bedankte sich für das weltweite Engagement der GewerkschafterInnen. "In den Industrienationen sprechen wir über das Schließen der Einkommensschere und sind unzufrieden. In anderen Teilen der Welt wird Mädchen der Zugang zur Bildung verwehrt, Frauen und Mädchen sind täglich sexueller Gewalt ausgeliefert." In vielen Teilen der Welt fehle es an Aufklärung über Frauenrechte und sexuelle Gewalt. "ArbeitnehmerInnrechte müssen global diskutiert werden", forderte Heinisch-Hosek. Es habe viele Vorteile für jede Gesellschaft, wenn Frauen die Möglichkeit zur Teilhabe an Bildung und Arbeit erhalten. "Für uns PolitikerInnen ist es besonders wichtig, GewerkschafterInnen an unserer Seite zu haben. Nur durch den Druck der Gewerkschaften kann es gelingen, Verbesserungen hervorzubringen. Gesetze müssen in der Realität mit Leben gefüllt werden", hielt die Ministerin fest.

Staatssekretärin Sonja Steßl sagte, dass die aktuelle Flüchtlingsfrage Europa vor große Herausforderungen stelle. "Österreich steht zum Recht auf Asyl als Menschrecht. Das haben wir auch in der Vergangenheit bewiesen", so Steßl. Viele Tausende überqueren jeden Tag die Grenze nach Österreich in der Hoffnung auf ein sicheres Leben. Steßl fordert eine "Solidarität der Menschlichkeit in Europa". Man dürfe den Verhandlungstisch nicht verlassen, "bis wir eine solidarische Lösung haben". Die Europäische Union habe den Friedensnobelpreis nicht umsonst bekommen, "wir müssen zeigen, dass wir ihn verdient haben." Steßl, verantwortlich für den Bereich Beamte und öffentlicher Dienst, bedankte sich bei allen, die in dieser Krise geholfen haben und helfen – "den PolizistInnen, SoldatInnen, den MitarbeiterInnen der Bundesbahnen und den vielen freiwilligen HelferInnen".

Zum Thema Frauenquote in Aufsichtsräten staatsnaher Unternehmen berichtete Steßl, dass sich unter den letzten acht Nominierten sechs Frauen befanden. Sie spricht sich für eine gesetzliche Frauenquote auch in der Wirtschaft aus. Sie werde sich weiterhin dafür einsetzen, "dass wir Gleichberechtigung leben".

SERVICE: Mehr Informationen zur Weltfrauenkonferenz der IndustrieALL Global Union unter http://www.industriall-union.org/