Was bringt das neue Schuljahr?

Neue Reifeprüfung für alle, mehr politische Bildung, Ausbau des ganztägigen Angebots

Am kommenden Montag starten 1,1 Millionen SchülerInnen ins neue Schuljahr. Davon beginnen 81.000 Schulneulinge ihre Schullaufbahn. Für das Schuljahr 15/16 sind zahlreiche Neuerungen geplant. Nach der Premiere an den AHS werden dieses Schuljahr auch an den BMHS alle Schülerinnen und Schüler mit der neuen Matura abschließen. "Rund 45.000 MaturantInnen kann durch die neue Reife- und Diplomprüfung höchstmögliche Objektivität und Fairness beim Schulabschluss garantiert werden", erläutert Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Ausbau des ganztägigen Schulangebots, mehr Qualität, mehr Bewegung Mit der Verankerung der Betreuungspläne im Lehrplan wurde die Grundlage für höhere Qualität in ganztägigen Schulen gelegt. Dieser Leitfaden für die pädagogische Arbeit konkretisiert das Angebot im Freizeitteil und in der Lernzeit, setzt klare Ziele und ermöglicht eine Unterstützung und Kontrolle durch die Schulaufsicht. "Hausübungen sollen in Zukunft so gestellt werden, dass sie in der ganztägigen Schule bewältigt werden können", erklärt Heinisch-Hosek eines der Ziele. "Außerdem soll sowohl gegenstandsbezogene als auch individuelle Lernzeit angeboten werden. Das ermöglicht eine umfassende Förderung der Kinder", konkretisiert die Bildungsministerin. Erstmals wird auch die Schule für Vereine und TrainerInnen aus dem Sport geöffnet. Die tägliche Bewegungseinheit wird realisiert.

Mehr Gestaltungsfreiraum für Neue Mittelschulen Die zusätzlichen Stunden für Individualisierung, Differenzierung, inklusive Pädagogik und Teamteaching waren in den Neuen Mittelschulen bisher auf die Gegenstände Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache beschränkt. Ab kommendem Schuljahr sind diese pädagogischen Möglichkeiten auch in anderen Schwerpunktfächern möglich. "Schulen können dadurch besser auf standortspezifische Herausforderungen eingehen und die Schülerinnen und Schüler optimal fördern", so die Ministerin, die am pädagogischen Konzept der NMS festhält. Auch die aktuelle Statistik Bildung in Zahlen, hat gezeigt, dass Österreich mit der NMS auf dem richtigen Weg ist. Kinder die eine NMS besucht haben, besuchen demnach häufiger eine höhere Schule. Auch die Übertrittsquoten von Kindern mit Migrationshintergrund sind höher als an Hauptschulen. "In der NMS werden alle Kinder gefördert und gefordert. Damit steigt nicht nur das Bildungsniveau, auch das Bildungssystem wird durchlässiger."

Neues Berufsausbildungsgesetz erleichtert Pflichtschulabschluss Seit Juli 2015 ist das neue Berufsausbildungsgesetz in Kraft. "Mit der Novelle wurde die duale Ausbildung gestärkt und die Bedürfnisse der Lehrlinge berücksichtigt", so Heinisch-Hosek. Denn wer die Lehre mit Matura macht oder parallel zur Ausbildung im Betrieb den Pflichtschulabschluss nachholen will, profitiert in Zukunft von einer Verlängerung der Lehrzeit. "Die Lehre wird attraktiver und das Ausbildungssystem wird durchlässiger und bietet noch bessere Chancen für junge Menschen", so die Ministerin.

Drei neue Grundsatzerlässe – Mehr politische Bildung und zeitgemäße Sexualpädagogik Ab diesem Schuljahr gelten drei neue Grundsatzerlässe, die den inhaltlichen und didaktischen Rahmen für die fächerübergreifenden Unterrichtsprinzipien auf neue Beine stellen. Sowohl die Sexualpädagogik als auch die Politische Bildung wurden damit an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts angepasst. Beide Erlässe haben ihren Ursprung in den 1970er Jahren genommen und wurden seither nicht bzw. nur geringfügig aktualisiert. "Eine Berücksichtigung gesellschaftlicher Veränderungen und die Anpassung an aktuelle Lebensrealitäten waren deshalb hoch an der Zeit", so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Mit dem Grundsatzerlass für Wirtschafts- und VerbraucherInnenbildung wurde außerdem erstmals definiert, was Wirtschaftserziehung leisten soll. "Ein Verständnis für wirtschaftliche Vorgänge und das Wirtschaftssystem sind heute zentrale Qualifikationen – nicht nur für jene, die vielleicht einmal selbst ein Unternehmen leiten wollen, ist ein Basiswissen in diesen Bereichen wichtig. Wir müssen alle Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, ökonomisch geprägte Alltagssituationen zu bewältigen und reflektiert am Wirtschaftsleben teilzunehmen.

2015 ist das Jahr des Lesens Der Buchklub sucht zum dritten Mal die besten Leseprojekte Österreichs, bei denen Menschen miteinander lesen oder einander vorlesen. Bis zum 1.4.2016 können Projekte auf der Plattform www.lese-award.at eingereicht werden. Für die Netzwerkschulen und -kindergärten in ganz Österreich wird eine Sonderedition des Lese- Spiel- und Bastelbuchs "Philipp" mit dem Schwerpunkt "15 Schritte zum Lesen" zum Einsatz kommen. Das ermöglicht eine spielerische Begegnung mit dem Lesen für Kinder im letzten Kindergarten-Jahr und in den 1. Klassen der Volksschulen. Lesen wird im Herbst auch ein Schwerpunkt der diesjährigen PISA-Überprüfung.

"Ich wünsche allen SchülerInnen, insbesondere aber den Schulneulingen, einen erfolgreichen Start. Meine Bitte an alle Eltern ist, sich besonders während der ersten Schultage Zeit zu nehmen und immer ein offenes Ohr für ihre Kinder zu haben", so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.
 

Foto: Astrid Knie