Aktionsplan Frauengesundheit – Ministerinnen Oberhauser und Heinisch-Hosek läuten Konsultationsphase ein

Genderspezifische Aspekte stärker in Gesundheitsversorgung und Prävention berücksichtigen – ExpertInnen-Arbeitsgruppen definierten 17 Wirkungsziele und 40 Maßnahmen

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek haben heute im Rahmen einer Pressekonferenz einen Zwischenbericht des "Aktionsplans Frauengesundheit" vorgestellt. Seit vergangenem Herbst arbeiteten ExpertInnengruppen bestehend aus über 60 Personen aus unter anderem Gesundheitswesen und Frauenpolitik daran, Ziele in der Frauengesundheit und Maßnahmen zu deren Erreichung zu definieren. Ab sofort können alle interessierten Institutionen, aber auch Einzelpersonen, Stellung dazu nehmen. "Mit dem Aktionsplan Frauengesundheit wollen wir gesundheitliche Geschlechterunterschiede näher beleuchten und in weiterer Folge genderspezifische Aspekte in Gesundheitsversorgung und Prävention stärker berücksichtigen", sagte Heinisch-Hosek. "Wir haben uns viel vorgenommen", so Oberhauser, die betonte, dass "der ‚Aktionsplan Frauengesundheit‘ und sein Entstehungsprozess EU-weit einzigartig sind".

Der "Aktionsplan Frauengesundheit", der Teil des Regierungsprogramms ist, soll unter anderem die medizinischen Angebote für Frauen verbessern, indem unterschiedliche Lebensstile und Gesundheitsrisiken im Gesundheitswesen – aber auch darüber hinaus – stärker berücksichtigt werden.

Die Arbeitsgruppen haben jeweils zehn Maßnahmen für Mädchen und junge Frauen, für Frauen im Erwerbsleben, für ältere Frauen sowie für Frauen jeden Alters definiert. Auch bestehende Maßnahmen wurden darin gebündelt. Die Maßnahmen dienen dazu, 17 Wirkungsziele zu erreichen. Der Zwischenbericht ist Grundlage für die weitere Einbindung von ExpertInnen und Interessierten in der Konsultationsphase, deren Stellungnahmen in den bestehenden Bericht einfließen. In weiterer Folge werden die Maßnahmen priorisiert, das heißt, in kurz-, mittel- und langfristige Umsetzung eingeteilt. Die Umsetzung jeder Maßnahme soll federführend von einer bestimmten Institution geleitet werden. Ziel ist die Fertigstellung des Aktionsplans und der Ministerrats-Vortrag im Frühjahr 2016.

In Hinblick darauf, dass bis zu 70 Prozent der 12- bis 16-Jährigen mit ihrem Körper zum Teil unzufrieden sind, ist ein besonders wichtiges Wirkungsziel die Förderung eines positiven Selbstbilds junger Frauen. "Dabei wird man sich damit beschäftigen, wie gesellschaftlich produzierte falsche Schönheitsideale beseitigt und eine positive Körperwahrnehmung gefördert werden können", so die Frauenministerin. Dazu sollen etwa gute Infoprogramme in Schulen, aber auch in der außerschulische Jugendarbeit, beitragen. Weiters sei es erklärtes Ziel, einen reflektierten Umgang mit gesellschaftlichen Rollenbildern zu fördern. Hier sei schon die Plattform www.meinetechnik.at zu nennen, die hilft, Berufs- und Bildungsorientierung abseits von Geschlechterklischees zu forcieren.

Altersübergreifende Ziele sind etwa der Ausbau der Gewaltprävention und der Beratung für Frauen mit Beeinträchtigungen sowie die Herstellung von gesundheitlicher Chancengleichheit für Migrantinnen. Letzteres schlägt sich in der Maßnahme nieder, Barrierefreiheit in den Gesundheitsinstitutionen zu fördern. So soll der Zugang von Frauen mit nichtdeutscher Muttersprache zum Gesundheitssystem u.a. durch Dolmetsch-Angebote verbessert werden. Hier gebe es bereits das Dolmetsch-Programm "Mimi"(Mit Migrantinnen für Migrantinnen) in Spitälern. "Derzeit läuft auch ein Pilotprojekt zum Video- oder Telefon-Dolmetschen im Gesundheitswesen", so Oberhauser, die als langjährige Ärztin in der Geburtshilfe eines Spitals aus eigener Erfahrung um die Bedeutung solcher Hilfen weiß. Wichtig sei auch die Berücksichtigung des Genderaspekts in der betrieblichen Gesundheitsförderung, denn "da kann man die Menschen niederschwellig erreichen", so Oberhauser, "und so dazu beitragen, dass die Menschen länger gesund im Erwerbsleben bleiben".

Die Ministerinnen sprachen allen Beteiligten ihren Dank für ihr Engagement aus.

SERVICE: Der Zwischenbericht zum "Aktionsplan Frauengesundheit" sowie die Möglichkeit zur Stellungnahme bis 13. Oktober stehen auf der Website der Gesundheit Österreich GmbH unter www.goeg.at zur Verfügung.

 

Foto: BKA – Regina Aigner