SPÖ gedenkt Käthe Leichters: „Symbolfigur der SPÖ und Leitbild der Frauenforschung, Arbeiterbewegung und des Widerstands“

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Schmid und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Brunner würdigen Käthe Leichter anlässlich deren 120. Geburtstags

Am 20. August jährt sich Käthe Leichters Geburtstag zum 120. Mal. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner erinnern aus diesem Anlass an Leichter, eine "Symbolfigur für die SPÖ und Leitbild der Frauenforschung, der Arbeiterbewegung und des Widerstandes". "Käthe Leichter war eine der bedeutendsten Frauen im politischen Leben der Ersten Republik, eine der führenden Frauen der österreichischen Sozialdemokratie und Vorreiterin in Sachen Gleichberechtigung", so Brunner. Leichter habe immer für die Interessen und Rechte der Frauen, insbesondere jene der Arbeiterinnen, gekämpft. Die Themen und Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit seien "bahnbrechend" für viele Verbesserungen in der Arbeitswelt gewesen, so Schmid.

Käthe Leichter wurde 1895 geboren. Ihr Studium musste sie in Deutschland absolvieren, da dies für Frauen damals in Österreich noch nicht möglich war. "Ihre Vorreiterrolle im Kampf für den gleichberechtigten Hochschulzugang von Frauen und die Überwindung der damaligen gesellschaftlichen Widerstände kann man gar nicht hoch genug schätzen", so Schmid und Brunner. Leichter baute ab 1925 ein Frauenreferat in der Arbeiterkammer auf, 1932 wurde sie in der Wiener Arbeiterkammer als erste Frau in den Betriebsrat gewählt. "Ihr Engagement galt einer besseren Lebenssituation für Frauen in der Gesellschaft, der Frauenbildung als Grundlage echter Chancengerechtigkeit und gegen die einseitige Betonung der Mutterschaft als weiblichen Lebenszweck", betont die SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin.

Leichter leistete mit ihren zahlreichen Publikationen zur wirtschaftlichen und sozialen Rolle der Frauen wissenschaftliche Pionierarbeit, die richtungsweisend für viele Forscherinnen und politisch aktive Frauen nach ihr war. Ihre sozialpolitischen Erhebungen, beispielsweise über die Lage der Hausgehilfinnen oder der Heim- und Industriearbeiterinnen, gehörten zu den wichtigsten frauenrelevanten Publikationen der Zwischenkriegszeit. "Ihr Einsatz galt denjenigen, die unter schwersten Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienten: den Arbeiterinnen", resümiert Schmid.

Im Ständestaat arbeitete Leichter im Untergrund, 1936 übernahm sie die Leitung des politischen Nachrichtendienstes der Revolutionären Sozialisten. Leichter wurde 1938 von der Gestapo verhaftet; während der Haft wurde ihr die Doktorwürde von der Universität Heidelberg aberkannt. Die Übernahme des Bescheids zur Aberkennung des Doktortitels musste Leichter im Konzentrationslager Ravensbrück unterschreiben, wohin sie Anfang 1940 überstellt wurde. 1942 wurde Käthe Leichter in der Euthanasieanstalt Bernburg ermordet.

Um das Andenken an Käthe Leichter zu pflegen, wurde in der Amtszeit von Frauenministerin Johanna Dohnal der "Käthe-Leichter-Preis – Österreichischer Staatspreis für die Frauengeschichte der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung" ins Leben gerufen und 1992 erstmals vergeben. Nach einer mehrjährigen Pause unter Schwarz-Blau wird der Preis auf Druck der SPÖ seit 2005 wieder jährlich für herausragende Leistungen von Wissenschafterinnen im Bereich der Frauenforschung und der Arbeitswelt vergeben. "Der Käthe-Leichter-Preis soll das Andenken an Käthe Leichter lebendig halten und gleichzeitig jene, die in ihrem Sinne weiterarbeiten, würdigen", sagt Brunner.

SERVICE: Mehr Informationen über Käthe Leichter stehen u.a. auf der Website des Renner-Instituts unter http://tinyurl.com/p925wlj und im Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie unter http://tinyurl.com/nd984yn zur Verfügung.