Heinisch-Hosek: Verschränkte ganztägige Schule ist Schule der Zukunft

SPÖ-Mitgliederbefragung gibt Rückenwind für Bildungsreform – Kernforderungen der SPÖ: verschränkte, ganztägige Schule, spätere Trennung der SchülerInnen, früherer Bildungseinstieg

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat heute im Rahmen der Ergebnispräsentation einer SPÖ-Mitgliederbefragung zum Thema Bildung betont, dass "wir den Rückenwind der SPÖ-Mitglieder gut für die Arbeit an der Bildungsreform gebrauchen können". Kernforderungen, die auch die überwältigende Mehrheit der SPÖ-Mitglieder vertritt, sind für die Ministerin eine verschränkte, ganztägige Schule mit Kernarbeitszeiten, ein früherer Einstieg ins Bildungssystem und die spätere Trennung von SchülerInnen in der Schullaufbahn. Zuversichtlich stimmt Heinisch-Hosek, dass bei der letzten Zusammenkunft der Bildungsreformkommission im Juli weitgehend eine Einigung darüber erzielt wurde, welche Bereiche schulautonom geregelt werden können. "Es ist wichtig, an einem Strang zu ziehen, um die Bildungs- und Schulreform zu bewältigen", so Heinisch-Hosek.

Konkret soll mehr Autonomie bei der Gestaltung des Schuljahres und der Stundentafel, bei der Entwicklung neuer Fächer oder bei der Einführung längerer Schuleinheiten ermöglicht werden. Neue Verwaltungseinheiten, die mehrere Standorte betreuen, sollen den Erhalt von Kleinstschulen erleichtern. Zudem soll auch die personelle Gestaltungsfreiheit für Schulen ausgebaut werden.

"Um Bildungsgerechtigkeit herzustellen, ist es uns wichtig, alle Kinder mitzunehmen", betonte die Bildungsministerin. "Die verschränkte ganztägige Schule ist die Schule der Zukunft. Sie hat von 7 bis 17 Uhr offen, es gibt eine Kernarbeitszeit und danach Sportangebote, Mittagessen, Freizeit und Hausübungseinheiten. Die Schultasche soll überflüssig werden", sagte Heinisch-Hosek.

In einer verschränkten ganztägigen Schule – in der SPÖ-Mitgliederbefragung haben sich 90 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen – sei es möglich, die Kinder besonders zu fördern und zu fordern, etwa mittels Leistungs- und Talentgruppen. Die Gestaltungsmöglichkeiten für ganztägige Schulformen sind vielfältig: Vor kurzem habe die Ministerin etwa in Hamburg ein Modell kennengelernt, bei dem die Ganztagsschule für drei Tage verpflichtend ist und an zwei Tagen ein Kurssystem angeboten wird, das den SchülerInnen und ihren Eltern auch Freiheiten für andere Unternehmungen eröffnet.

Darüber hinaus sei es an der Zeit, den Tagesrhythmus der Kinder zu ändern, der seit Jahrzehnten der alten Strategie folgt, dass der Unterricht an einem halben Tag stattzufinden hat und nachmittags die Betreuung zuhause folgt. "Das ist schon lange nicht mehr so", sagte Heinisch-Hosek.

Ziel der SPÖ sei es außerdem, dass alle SchülerInnen die verschränkte ganztägige Schule gemeinsam besuchen, denn "die spätere Trennung der Kinder ist die Methode der Zukunft". Die Kinder können so am besten voneinander lernen. "Es ist wichtig, keine Kinder im System zu verlieren", steht für die Bildungsministerin fest.

Ein spielerischer Einstieg ins Schulsystem mit einem fließenden Übergang vom Kindergarten in die Volksschule werde schon mit übernächstem Schuljahr Wirklichkeit. Derzeit gebe es bereits rund 80 Pilotprojekte, die bestens funktionieren.

Die Sozialdemokratie fordere all das "nicht erst seit gestern", daher sei es "erfreulich, dass die Koalitionspartner jetzt ernsthaft gemeinsam an einem Tisch sitzen, um die Bildungsreform voranzubringen". Den Druck, den der 17. November als Abschluss der Gespräche zur Bildungsreform markiert, sei ein positiver, so die Ministerin.
 

Foto: Johannes Zinner