SPÖ-Frauen OÖ: Selbstbestimmung statt Schönheitswahn

Mädchen und Frauen sollen sich in ihrem Körper wohl fühlen. Mit der Aktion „Mein Körper. Selbst.Bestimmt“ greifen die SPÖ-Frauen das Thema selbstbestimmte Körperlichkeit auf. Ziel ist es, Frauen zu vermitteln, dass sie genauso „passen“ wie sie sind.

 „Wir haben vor kurzem schon mit der Aktion Tatort ‚Schaufenster – Her mit der Realität! Uns gibt’s nicht nur in XS‘ gemeinsam mit der SJ OÖ auf unrealistische Schönheitsideale aufmerksam gemacht. Hier haben wir im speziellen auf zu dünne Schaufensterpuppen hingewiesen.“, so die Landesfrauenvorsitzende Labg. Sabine Promberger.

Jetzt haken die SPÖ Frauen mit einer informellen Umfrage, mit der Frauen in ganz Oberösterreich zu Maßnahmen, die ein gesundes Körpergefühl fördern, befragt werden, nach.

Schlank, schön und immer perfekt gestylt, lauten die Erwartungen, mit denen Frauen tagtäglich konfrontiert sind. Im Fernsehen, in Zeitschriften, auf Plakaten sieht man Frauen, die scheinbar keinen einzigen Makel haben. Dahinter stecken allerdings „Photoshop“, Schönheitsoperationen und Essstörungen – die Schönheitsideale entsprechen nicht der Realität.

Maßnahmen für ein gesundes Körperbewusstsein
Bereits jedes zweite Mädchen und jede zweite Frau fühlt sich zu dick. Schon 13-jährige beginnen mit Hungerkuren und auch Schönheitsoperationen nehmen zu. Demgegenüber steht ein völlig unrealistisches Schönheitsideal, das von der Schönheitsindustrie vorgegeben wird. „Wir wollen mit dem Fragebogen mit möglichst vielen Frauen und Männern ins Gespräch kommen und darüber diskutieren, wie ein gesundes und realistisches Schönheitsideal am besten gefördert wird“, sagte Landesfrauenvorsitzende Labg. Sabine Promberger.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat in diesem Zusammenhang eine Kennzeichnungspflicht bei stark bearbeiteten Werbefotos und eine Gewerbeordnung vorgeschlagen, die Modelagenturen die Anstellung von Frauen und Männern unter einem bestimmten Body-Mass-Index untersagt. Entsprechende Gesetze gibt es dazu beispielsweise in Frankreich, Spanien und Israel.

Zahlen, Daten, Fakten

Bereits jedes zweite Mädchen und jede zweite Frau fühlt sich zu dick (Quelle Frauengesundheitsbericht 2010/11).

Essstörungen nehmen bei allen Bevölkerungsgruppen zu. Im Frauengesundheitsbericht 2010/11 wird die Anzahl der stationären Aufenthalte angeführt. Diese Zahlen geben allerdings nur die „Spitze des Eisbergs“ an, da damit nur die schweren Erkrankungen erfasst werden. Während 1998 1.520 Personen (90% davon Frauen) in Österreich infolge von Essstörungen stationär aufgenommen werden mussten, war dies 2008 bei 2.734 Personen (zu 90% Frauen) österreichweit erforderlich. Dies entspricht einer Steigerung in 10 Jahren von knapp 80%.

Das Frauenbarometer zum Thema Frauengesundheit von Herbst 2014 weist aus, dass eine große Mehrheit der ÖsterreicherInnen für Maßnahmen, die das Körpergefühl und Selbstbewusstsein von Frauen fördern, sind, 82% der ÖsterreicherInnen sprechen sich etwa für eine Kennzeichnungspflicht von nachträglich retuschierten Werbefotos aus. 77% wollen, dass Schaufensterpuppen den menschlichen Körper realistischer darstellen als bisher. Sehr stark befürwortet wird auch eine Untergrenze für das Körpergewicht von Models: 87 Prozent der Befragen halten diese Maßnahme für „sehr geeignet“ oder „geeignet“, um das Körpergefühl und Selbstbewusstsein von Frauen zu fördern.