Tirol hinkt bei Vereinbarkeit hinterher

Yildirim / Schiessling: „Sachleistungen und gute Infrastruktur helfen Eltern am meisten. Bezahlte und unbezahlte Arbeit besser verteilen.“

„Seit Jahren setzt sich die SPÖ dafür ein, dass bei der Unterstützung von Familien vor allem in Sachleistungen und den Ausbau hochwertiger Kinderbetreuung investiert wird. Dennoch hinkt Tirol immer noch hinterher“, kritisieren SPÖ-Frauenvorsitzende Selma Yildirim und Frauensprecherin LA Gabi Schiessling.
„Trotz gesetzlicher Verpflichtung auf Landesebne und Förderungen durch den Bund erfüllt Tirol seine Aufgaben bei ganzjähriger und ganztägiger Kinderbetreuung nicht. Es gibt dringenden Handlungsbedarf. Die Ausreden der ÖVP kann ich nicht mehr hören“, ärgert sich Schiessling.
Ein Kindergarten in Tirol hat im Durchschnitt an 44,2 Tagen geschlossen, 75% schließen vor 16.30 Uhr. „Wie soll sich das mit einer Vollzeitberufstätigkeit ausgehen?“, fragt sich Yildirim. Nur 9.9% der Mütter von Kindergartenkindern arbeiten dementsprechend Vollzeit. Kind und Karriere? Das bleibt insbesondere für Frauen und Alleinerziehende in Tirol oft Wunschtraum. „Frauen arbeiten Teilzeit, Männer machen Überstunden. Das ist für beide unbefriedigend. Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit müssen besser verteilt werden“, so Yildirim.
Die SPÖ-Frauen fordern einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr. Zudem muss die schulische Tagesbetreuung vorangetrieben werden. „Ein gutes, hochwertiges Angebot macht Mut zum Kind“, sind Yildirim und Schiessling überzeugt.