Internationaler Tag der Flucht – Bayr warnt: Staudammprojekte in Brasilien und Laos treiben Menschen in die Flucht

Andritz AG liefert Turbinen für Staudämme

"Auch österreichische Unternehmen sind in Projekte involviert, die Menschen in die Flucht zwingen", stellt Petra Bayr, SPÖ-Sprecherin für globale Entwicklung, vor dem Tag der Flucht am 20. Juni fest und bezieht sich auf die Aktivitäten der Andritz AG, die unter anderem Turbinen für die Staudammdämme in Belo Monte, Brasilien und Xayaburi in Laos liefert. "Beide Projekte bedrohen die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerungen und machen das Weiterleben in der Heimat unmöglich", betont Bayr. Weltweit sind laut UNHCR 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor der Zerstörung ihres Lebensraums, Kriegen, Konflikten und Verfolgung.

Belo Monte soll das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt werden. Dafür wird der Fluss teilweise umgeleitet und Flächen werden geflutet. "Die massiven Eingriffe in den natürlichen Flusslauf entziehen den Menschen die Lebensgrundlage. Fischbestände und landwirtschaftliche Flächen gehen verloren und treiben Menschen so in die Flucht", mahnt Bayr und fordert: "Wir brauchen endlich eine Gesetzgebung, die verhindert, dass österreichische Unternehmen bei Aktivitäten im Ausland Menschenrechtsverletzungen verursachen oder daran beteiligt sind."

FIAN, die Menschenrechtsorganisation für das Recht auf Nahrung, hat diese Woche eine Studie über die Tätigkeiten österreichischer Unternehmen im Ausland und die damit verbundenen extraterritorialen Staatenpflichten veröffentlicht: http://www.fian.at/home/presse-meldungen/weitere-meldungen/konzerne-s taudaemme-menschenrechte-/

 

Foto: Ursula Prager-Ramsa