Heinisch-Hosek: „Themen rund um die Erwerbstätigkeit werden für Frauen immer wichtiger“

Präsentation des neunten Frauenbarometers – Umfrageschwerpunkt Berufsleben

"Erwerbstätigkeit und damit zusammenhängende Fragen werden für Frauen immer wichtiger. Frauen wünschen sich bessere Rahmenbedingungen, die erfolgreiche Karrieren möglich machen", so die Ministerin bei der heutigen Präsentation des neunten Frauenbarometers. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist weiterhin das wichtigste Anliegen und hat in den letzten Jahren vor allem für die Frauen noch an Bedeutung gewonnen.

Die Ergebnisse zeigen eine große Zustimmung zu den bestehenden Instrumenten für mehr Einkommenstransparenz – den Einkommensberichten der Unternehmen und den Gehaltsangaben in den Stelleninseraten. "Das bestärkt mich in meinem politischen Schwerpunkt, mehr Transparenz in die Gehälter zu bringen. Ich will, dass in diesem Land über Geld gesprochen wird. Denn Transparenz ist das wirksamste Mittel gegen Lohndiskriminierung", so die Ministerin, die sich auch eine Weiterentwicklung der Einkommensberichte vorstellen kann. "Je besser die Berichte die Verhältnisse abbilden, desto effizienter können sie auch eingesetzt werden, um zu mehr Lohngerechtigkeit beizutragen."

Vollzeitbeschäftigung und Überstunden sind männlich – Teilzeit und Unzufriedenheit mit Aufstiegsmöglichkeiten weiblich – diese ungleiche Verteilung von Erwerbsarbeit zeigt auch das Frauenbarometer erneut auf: "Während die einen Überstunden machen, bekommen die anderen keine Vollzeitstelle. Die Waage gehört wieder ins Gleichgewicht gebracht. Allzu oft wird Teilzeit zur Armutsfalle, das sage ich heute nicht zum ersten Mal", so die Ministerin, die sich als konkrete Maßnahme in diesem Bereich auch einen "Gesundheits-Euro" vorstellen kann. Pro geleisteter Überstunde würden Unternehmen dann einen Euro in einen Budgettopf für betriebliche Gesundheitsförderung und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen einzahlen, "denn Überstunden machen krank und zerstören Arbeitsplätze."

Als erfreulich beurteilt die Ministerin den steigenden Informationsstand über die Auswirkungen längerer Teilzeitarbeit auf den Pensionsanspruch: "Die Aufklärungsarbeit wirkt. Ich habe Teilzeitarbeit immer wieder thematisiert, das hat sich ausgezahlt", so die Ministerin, die hier aber weiterhin einen klaren Handlungsbedarf sieht. "Auch wenn sich deutlich mehr Menschen gut informiert fühlen, als noch vor drei Jahren, schaut das bei rund der Hälfte der Befragten immer noch anders aus. Hier müssen wir ansetzen, diese Gruppe müssen wir erreichen", so die Ministerin, die gemeinsam mit Sozialminister Hundstorfer in Kürze eine Informatiosbroschüre zum Thema vorlegen wird.

Das "Österreichische Frauenbarometer", ist eine 2012 von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ins Leben gerufene repräsentative Online-Umfrage zur Gleichstellung in Österreich, für die sowohl Frauen als auch Männer befragt werden. Die Daten für das neunte Frauenbarometer wurden vom Institut Meinungsraum unter Leitung von Christina Matzka erhoben.