Strafrechtsnovelle – Überblick über die frauenpolitischen Erfolge

In Zukunft soll es eine Ausweitung des Schutzes vor sexueller Belästigung geben soll. Das ist ein wichtiger Schritt, der klarstellt, dass sexuelle Belästigung kein Kavaliersdelikt und gesellschaftlich nicht erwünscht ist.
Nicht mehr nur die Berührung der zur  „unmittelbaren Geschlechtssphäre gehörige Körperpartien des Opfers“ (Vagina, Busen)  wird künftig als Belästigung angesehen- sondern jede intensive und entwürdigende sexuelle Belästigung wird  strafbar. Damit wird erstmals klargestellt:  Sexuelle Übergriffe auf Frauen sind kein Kavaliersdelikt.  

Auch die neue Bestimmung „Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung“ ist ein wichtiges Übereinkommen im Sinne der Frauen:
Wenn ein Täter eine sexuelle Handlung zwar ohne Drohung oder Gewalt aber trotzdem gegen den Willen des Opfers (erkennbar beispielsweise durch Nein sagen oder Weinen setzt),  wird das jetzt strafbar. Damit ist erstmals klargestellt „Ein Nein muss genügen!“

Weitere wichtige Verbesserungen für Frauen bei Gewaltschutz:
– Einführung des Erschwernisgrunds »Gewalt in der Familie“ (und bei „hate crimes“)
Stärkung der Opferrechte bei der Diversion: Opfer von Gewalt in Wohnungen und Opfern, die Anspruch auf Prozessbegleitung haben, bekommen nun immer das Recht  zur Stellungnahme
„Verschlepptwerden“ ins Ausland zum Zweck der Zwangsverheiratung wird künftig bestraft
„Cybermobbing“ wird als Tatbestand eingeführt
Erhöhung der Strafen für qualifizierte Körperverletzungen (betrifft u.a. auch absichtliche schwere Körperverletzung wie FGM)