SPÖ-Frauen, SoHo und Sozialistische Jugendorganisationen machen sich für Öffnung der Ehe und „Levelling up“ stark

Fotoflashmob vor der ÖVP-Zentrale in Wien

Die Gleichberechtigung homosexueller und heterosexueller Menschen ist in ganz Europa im Vormarsch. Mit Transparenten, einer Torte mit der Aufschrift "Wann ist die ÖVP soweit?", großen Ringen und der Regenbogenfahne machten sich heute, Freitag, die SPÖ-Frauen, die SoHo und die Jugendorganisationen Sozialistische Jugend (SJ) und Junge Generation (JG) bei einem Fotoflashmob vor der ÖVP-Zentrale für die Öffnung der Ehe und das Levelling up im Gleichbehandlungsgesetz stark.

Seit 2010 können sich homosexuelle Paare verpartnern, eine Eheschließung auf dem Standesamt ist aber noch immer nicht möglich. "Die Ehe zu öffnen ist der wichtigste Schritt für gleiche Rechte. Alle Verbesserungen in den letzten Jahren wurden durch höchstgerichtliche Entscheide erreicht. Jetzt muss sich die ÖVP bewegen und die Gesetze an die Lebensrealität anpassen. Das kategorische Nein der ÖVP bedeutet im Endeffekt, dass sie Liebe nach zweierlei Maß messen. Das ist unerträglich, denn wie beim Diskriminierungsschutz geht es um gleiche Rechte für alle. Es ist höchste Zeit, diese Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Öffnen wir die Ehe für alle!" sagte Sandra Frauenberger, Wiener Frauen- und Gleichstellungsstadträtin, stellvertretende Vorsitzende der SPÖ-Frauen Wien.

"Dass die ÖVP auf das erfreuliche Votum in Irland und auf unsere Bestrebungen, die Ehe zu öffnen, wieder einmal mit einem reflexhaften ‚Nein‘ antwortet, ist sehr ärgerlich. Auch beim Levelling up muss die ÖVP endlich ihre Blockade aufgeben", sagte SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner.

Zu einem erweiterten Diskriminierungsschutz auch außerhalb der Arbeitswelt, dem sogenannten "Levelling up" im Gleichbehandlungsgesetz, gab es schon zweimal einen Regierungsbeschluss, der vom Nationalrat abgelehnt wurde. Und erst vor kurzem hat die ÖVP einen entsprechenden Antrag wieder von der Tagesordnung im Ministerrat gestrichen.

"Ich hoffe, dass die ÖVP endlich im 21. Jahrhundert ankommt und ihre Kopf-in-den-Sand-Politik aufgibt. Nach eigenen Aussagen sind sie noch nicht soweit, aber wie lange müssen wir uns noch gedulden? Worauf will die ÖVP warten? Bis der Papst im Vatikan die Regenbogenparade anführt?", meinte Peter Traschkowitsch, Bundes- und Landesvorsitzender der SPÖ-LSBTI-Organisation.

"Gleichstellung ist ein Kennzeichen einer funktionierenden Demokratie. Sie ist nicht nur eine Frage von Toleranz, sondern es handelt sich dabei um ein grundlegendes Menschenrecht", so JG-Vorsitzende und SPÖ-Nationalratsabgeordnete Katharina Kucharowits.

"Die Ehe ist gegenüber der eingetragenen PartnerInnenschaft immer noch mit Privilegien verbunden. Um diese Diskriminierung zu beenden, braucht es endlich die Öffnung der Ehe", sagte Marlies Zederbauer, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend.

Fotos der Aktion können hier heruntergeladen werden: https://www.flickr.com/photos/47388021@N08/sets/72157653636268541
 

Foto: Astrid Knie