Landesunternehmen weiter fest in Männerhand

Yildirim und Schiessling: „Besetzungen bei Hypo und Tiwag zeigen massiven Handlungsbedarf. Quotenregelung gefordert“
 
Die Führungsetagen der Landesunternehmen Hypo Tirol und Tiwag wurden in den vergangenen Tagen neu besetzt. Die Vorstände bleiben dabei reine Männerdomänen, auch die Aufsichtsräte werden weiterhin von Männern geführt. „Es ist ein Armutszeugnis für das Land Tirol, dass Gleichberechtigung und Chancengleichheit nur Lippenbekenntnisse sind", stellen die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim und die SPÖ-Frauensprecherin im Landtag LA Gabi Schiessling fest. „In der Theorie bekennen sich die führenden Politiker in Tirol zwar zur Erhöhung der Frauenbeteiligung, in der Praxis scheint es aber so zu sein, dass trotz aller „Bemühungen“ keine geeigneten Frauen gefunden werden können.“
„Dass der ÖVP Frauenpolitik kein zentrales Anliegen ist, wissen wir. Die Grünen als Regierungspartner haben offensichtlich alle ihre Grundsätze vergessen. Nur über Gleichberechtigung zu reden, bringt uns nicht weiter“, kritisiert Schiessling.
Frauen sind in Aufsichtsräten und Vorständen immer noch massiv unterrepräsentiert. Das belegt u.a. der Frauen-Management-Report der AK Wien mit eindeutigen Zahlen: http://media.arbeiterkammer.at/PDF/AK_Frauen_Management_Report_2015.pdf
„ManderInnen ´s isch Zeit! Mehr Frauen in Entscheidungspositionen, das ist auch in Tirol längst überfällig.“ Die SPÖ-Frauen Tirol erneuern daher ihre Forderung nach einer Frauenquote für die Aufsichtsräte und Vorstände der mehrheitlichen Landesunternehmen sowie verschiedener Beiräte von 40 % inklusive Sanktionsmöglichkeiten.
Studien belegen, dass gemischte Vorstandsteams besser und wirtschaftlich erfolgreicher führen. „Die Quote ist das wirkungsvollste Instrument, damit mehr Frauen in Führungspositionen kommen“, ist Yildirim überzeugt.
Auf Bundesebene gibt es seit März 2011 eine Selbstverpflichtung für Frauenquoten in den Aufsichtsräten staatsnahen Unternehmen. Bis März 2015 konnte der Frauenanteil auf inzwischen 37 % gesteigert werden. Im Jahr 2008 lag der Anteil bei 16 %.
„Heute haben wir eine informelle Männerquote. Männer ernennen Männer, die dann wieder Männer als Nachfolger aussuchen“, sagte Mikael Gustafsson, Vorsitzender des Frauenrechtsausschusses im EU-Parlament. „Genau das muss sich endlich ändern, weil es auch in Tirol sehr viele bestens qualifizierte Frauen gibt“, so Yildirim und Schiessling abschließend.