Bildungsministerin Heinisch-Hosek will ab Herbst Politische Bildung als Pflichtmodul einführen

Aktionstage Politische Bildung luden mit über 200 Veranstaltungen zur aktiven Auseinandersetzung mit Politik ein

Am 9. Mai, dem Europatag der Europäischen Union, enden die Aktionstage Politische Bildung 2015 zum Motto "Macht und Ermächtigung". Jedes Jahr laden von Ende April bis Mitte Mai zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen zur Auseinandersetzung mit Politik und Politischer Bildung ein. Auch heuer konnten SchülerInnen und LehrerInnen aus mehr als 200 Angeboten wählen und damit einen Fokus auf Politischen Bildung setzen. "Gerade die letzten Monate haben uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, dass junge Menschen die Möglichkeiten haben, sich auch im Rahmen der Schule mit politischen Fragestellungen zu beschäftigen", so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Um den Stellenwert der Politischen Bildung zu erhöhen wird derzeit das Unterrichtsprinzip, mit dem Politische Bildung auf allen Schulstufen und in allen Schulformen verankert ist, überarbeitet. Zudem soll ab dem kommenden Schuljahr Politische Bildung im Rahmen des Geschichte und Sozialkunde-Unterrichts als Pflichtmodul ab der 6. Schulstufe aufsteigend eingeführt werden. "Damit stellen wir die Politische Bildung auf neue Beine und stärken ihre Bedeutung", hebt Bildungsministerin Heinisch-Hosek hervor.

Bei Politischer Bildung gehe es ganz zentral auch darum, dass junge Menschen darin unterstützt werden, sich aktiv in die Gesellschaft und in ihrem Lebensraum einzubringen, betont die Ministerin. Das heurige Aktionstage-Motto "Macht und Ermächtigung" spricht Kernfragen der Politischen Bildung an und steht in engem Zusammenhang zu den zahlreichen Gedenktagen in diesem Jahr. Wie ist Macht legitimiert, darf man sich den "Mächtigen" gegenüber auch kritisch äußern, ja, muss man das in manchen Situationen sogar? Wann ist es gerechtfertigt, sich gegen politische Machthaber aufzulehnen – und wann nicht? Wo sind die Grenzen? "Das sind Fragen, mit denen wir uns in einer historischen Perspektive beschäftigen müssen, weil sie auch Teil einer Erinnerungskultur sind und uns helfen, die Gegenwart besser begreifen zu können. Politische Bildung darf hier aber nicht stehen bleiben, sondern soll "Lust auf mehr" machen", so Heinisch-Hosek, die während der Aktionstage gemeinsam mit SchülerInnen der Mittelschule Mäder die Ausstellung "Fluchtwege" im Jüdischen Museum Hohenems besuchte.

Aufgrund der zahlreichen Jubiläums- und Gedenktage – u.a. 70 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und Befreiung vom Nationalsozialismus, 70 Jahre Wiederherstellung der Zweiten Republik, 60 Jahre Staatsvertrag – hatten viele Veranstaltungen und Projekte, auch unterstützt durch das österreichweite Netzwerk _erinnern.at_, einen entsprechenden thematischen Fokus. Als unverzichtbarer, langjähriger Partner begleitete der Radiosender Ö1 die Aktionstage Politische Bildung auch in diesem Jahr wieder durch thematisch passende Beiträge. Alle Sendungen im Rahmen der Aktionstage können unter http://oe1.orf.at/politischebildung abgerufen bzw. zum größten Teil auch "nachgehört" werden.
 

Foto: Astrid Knie