„Schluss mit dem täglichen Spießrutenlauf!“

Vereinbarkeit erleichtert Arbeitsalltag von Frauen

„Wenn ich meinen Dienst um eine Viertelstunde später beginnen könnte und nicht auch oft länger bleiben müsste, wäre es nicht jeden Tag ein Spießrutenlauf, damit ich meine Tochter rechtzeitig abholen kann. Ich schaffe das manchmal einfach nicht, Kinderbetreuung und Berufstätigkeit unter einen Hut zu bringen. Krippenplätze sind bei uns im Ort rar, die Öffnungszeiten im Kindergarten so, dass ich nur Teilzeit arbeiten kann und selbst da muss ich immer hetzen, um pünktlich zu sein. Wie wird das erst, wenn Anna in die Schule kommt? Hort gibt es nämlich auch keinen!“

„Das hat uns eine junge Mutter im Rahmen des Projekts „Unerhört“ erzählt, bei dem wir Frauen über ihren Alltag und ihr Leben am Rand – am Rand der Armut, der Belastbarkeit und der Wahrnehmung befragt haben“, so die Landesvorsitzende der SPÖ Frauen OÖ, LAbg. Sabine Promberger. „Wir sollten den 1. Mai zum Anlass nehmen um aufzurütteln und einmal mehr darauf hinzuweisen, dass es in erster Linie schlechte Vereinbarkeit ist, die den Arbeitsalltag für Frauen erschwert – mit unerwünschten Folgen für ihre weitere Zukunft:

Teilzeit bedeutet niedrige Löhne und später finanzielle Einbußen in der Pension.“ Nur mehr etwa die Hälfte der Oberösterreicherinnen hatte 2013 einen Vollzeitarbeitsplatz. Bei der Betreuung von Kleinkindern liegt OÖ im Bundesländervergleich im letzten Drittel! Beschwichtigungen und Schönreden ändern daran nichts. Auch nicht, wenn immer wieder drauf hingewiesen wird, dass viele Frauen ohnehin lieber zuhause beim Kind bleiben würden. „Wer echte Wahlmöglichkeiten hat, kann sich seine persönliche Alltagssituation natürlich richten. Was aber ist z.B. mit Alleinerziehenden, die auf ein Vollzeit-Gehalt angewiesen sind, was machen Frauen in kleinen Orten am Land, wo es weder Arbeitsplätze noch Kinderbetreuung gibt? Was ist in den Ferien, wenn der eigene Urlaub längst aufgebraucht ist?“, so Promberger.

Daher fordern die SP Frauen OÖ:

  • Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen. Einklagbarer Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr und bundesweite Standards für Qualität und Öffnungszeiten
  • Ausbau spezieller Betreuungsangebote für besondere Situationen (wie etwa Nachdienst)
  • Recht auf bezahlten Papamonat
  • Ausbau der echten Ganztagsschule

„Nur wenn wir bei der Vereinbarkeit die Rahmenbedingungen verbessern, wird sich der Arbeitsalltag für die Frauen verbessern“, ist Landesfrauenvorsitzende LAbg. Sabine Promberger überzeugt.