Nationalrat – Königsberger-Ludwig: Selbstbestimmung und die Würde des Menschen sind untrennbar miteinander verbunden

Maßnahmen zum flächendeckenden Ausbau von Palliativversorgung und Hospizbetreuung

"Die Würde des Menschen hat vor allem mit Selbstbestimmung und dem Erhalt der Autonomie zu tun", betont SPÖ-Bereichssprecherin für Menschen mit Behinderung, Ulrike Königsberger-Ludwig, heute, Donnerstag im Nationalrat bei der Debatte zum Maßnahmenkatalog der Enquete-Kommission. "Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, dass eine selbstbestimmte Lebensweise auch am Ende des Lebens umgesetzt werden kann", ist die Abgeordnete überzeugt. Sie fordert die rasche Umsetzung einer flächendeckenden Palliativ- und Hospizbetreuung, wie sie im Bericht der Enquetekommission vorgesehen ist. Die Erfüllung der individuellen Bedürfnisse eines sterbenden Menschen müsse im Mittelpunkt stehen.

Am Ende der Enquete-Kommission wurde der Maßnahmenkatalog mit 50 Zielsetzungen fixiert, die vor allem den flächendeckenden Ausbau der Palliativ- und Hospizbetreuung zum Ziel hat. "Wir müssen sicherstellen, dass unabhängig von Wohnort oder finanzieller Situation jeder und jene Palliativversorgung in Anspruch nehmen kann", sagt Königsberger-Ludwig, "deswegen sind neben den Gesundheits- und Sozialministerien auch die Länder, die Sozialversicherungsträger sowie der Finanzminister – im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen – gefordert dieses gemeinsame Ziel umzusetzen."

Verbesserungspotenzial sieht Königsberger-Ludwig auch bei der Vorsorgevollmacht und PatientInnenverfügung. "Gerade die PatientInnenverfügung ist ein ausgezeichnetes Instrument für die Selbstbestimmung auch am Ende des Lebens, aber sie ist sehr wenig in der Bevölkerung verankert", so die Abgeordnete. Nur vier Prozent der Menschen in Österreich haben eine derartige Verfügung unterschrieben. "Hier müssen wir gemeinsam ansetzen um das Instrument zur Selbstbestimmung am Ende des Lebens noch mehr ins Bewusstsein zu bringen und auch leichter zugänglich zu machen, denn die Selbstbestimmung und Würde des Menschen sind untrennbar miteinander verbunden."

Königsberger-Ludwig bedankte sich bei allen ExpertInnen für die guten Diskussionsbeiträge, den BürgerInnen für die vielen Statements auf der Parlamentswebsite und bei den Abgeordneten-KollegInnen für die wertschätzende Diskussionskultur bei der Enquete-Kommission und fügte den Wunsch an, dass dies auch nun, wo es in die Umsetzungsphase geht beibehalten werden solle. "Das Thema eignet sich nicht für politisches Hick-Hack, es soll die Menschen in den Mittelpunkt stellen die es betrifft", appelliert die Abgeordnete an die KollegInnen.
 

Foto: Parlamentsdirektion/SIMONIS