Yildirim: „Haushalt ist auch Männersache!“

Bezahlte und unbezahlte Arbeit sind zwischen den Geschlechtern ungleich verteilt. SPÖ-Frauen setzen auf Bewusstseinsbildung.
 
Rund 75% der unbezahlten (Haus)Arbeit wird von Frauen erledigt, das zeigen zahlreiche Untersuchungen in den vergangenen Jahren.
„Frauen arbeiten insgesamt mehr als Männer, sie leisten den Großteil der unbezahlten Arbeit und verdienen bei einer Erwerbsarbeit weniger als Männer, denen außerdem mehr Freizeit zur Verfügung steht“, fasst Selma Yildirim, Frauenvorsitzende der SPÖ Tirol zusammen.
Während die Hausarbeit bei jungen Paaren noch gerechter verteilt ist, kommen mit der Geburt von Kindern und insbesondere im ländlichen Raum die traditionellen Rollenbilder ins Haus. „Hier gilt es Bewusstseinsbildung zu betreiben. Wir müssen Frauen aufklären, welche Konsequenzen längere Berufsunterbrechungen und Teilzeitarbeit langfristig haben. Männer haben die Pflicht, sich ebenfalls an unbezahlter Arbeit zu beteiligen. Eine bessere Verteilung ist notwendig und gerecht“, so Yildirim.
Ein Papamonat auch in der Privatwirtschaft und mehr Akzeptanz von Unternehmen und Gesellschaft für Männer, die in Karenz gehen, sind Schritte in diese Richtung. „Dies zeigt uns z.B. Schweden vor, wo eine gleichmäßige Aufteilung der Karenzzeit zwischen Mutter und Vater selbstverständlich und auch seitens der ArbeitgeberInnen voll anerkannt ist.“
Zeitverwendungsuntersuchungen zeigen außerdem: Männer verrichten bei unbezahlten Tätigkeiten überwiegend prestigeträchtige Aufgaben. Frauen putzen, Männer kochen; bei der Kinderbetreuung sind Frauen die Versorgerinnen, Männer spielen mit den Kindern.
„Das Leben ist zu kurz, um Hemden zu bügeln. Haushalt ist auch Männersache!“, erinnert Yildirim abschließend an einen Slogan der SPÖ-Frauen der Mut machen soll, sich konservativen Rollenbildern nicht unterzuordnen.

Foto: SPÖ/Julia Hitthaler