Heinisch-Hosek/Pölzlbauer: Frauenring-Preisverleihung holt Frauen vor den Vorhang

Elfriede Hammerl, Susanne Riegler, Susanne Kirchmayr und Ursula Kubes-Hofmann wurden ausgezeichnet

Gestern Abend lud der Österreichische Frauenring zur Frauenpreis-Verleihung ins Bildungs- und Frauenministerium. "Wir haben viele große Töchter, aber die Zahl öffentlich geehrter Frauen ist immer noch gering. Mit dem Preis des Frauenrings werden Frauen vor den Vorhang geholt und für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet. Das ist ein wichtiger Beitrag um die Arbeit von Frauen sichtbar zu machen und ihnen die verdiente Anerkennung zukommen zu lassen", so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, ergänzt: "Wir leben noch immer in einer Männerwelt. Zeitungen und Fernsehen sind männlich besetzt, das muss sich ändern. Die Leistungen von Frauen müssen gesehen und gehört werden. Der Frauenpreis trägt seinen Teil dazu bei."

Der Frauenpreis wurde 2011 zum ersten Mal verliehen und richtet sich an Personen, die sich für Anliegen von Frauen engagieren und sich im Interesse der Geschlechtergleichstellung besonders verdient gemacht haben. Ausgezeichnet wurden dieses Jahr die Journalistin Elfriede Hammerl, die Journalistin und Filmemacherin Susanne Riegler und Susanne Kirchmayr, vielen besser bekannt als Electric Indigo. Des Weiteren wurde der Historikerin und Literaturwissenschafterin Ursula Kubes-Hoffmann ein Anerkennungspreis für ihr langjähriges Engagement in der feministischen Bildungsarbeit verliehen.

Ministerin Heinisch-Hosek würdigte in ihrer Laudatio die vielseitigen Tätigkeiten von Elfriede Hammerl und hob besonders hervor, dass sich Hammerl mit "Humor und spitzer Feder" immer dafür eingesetzt habe, Frauen und marginalisierten Gruppen eine Stimme zu geben. Sie setze sich für die Menschen ein, die in unserer Gesellschaft nach wie vor nur schwer Gehör finden – Frauen, Kinder, Migrant/innen, von Armut Betroffene – und zeichnet Wege eines gerechten Miteinanders vor.

Anneliese Erdemgil bedankte sich bei Susanne Riegler für ihren konsequenten Einsatz für gesellschaftliche Veränderungen. Nicht nur mit dem Film "Die lange Hand der Kaiserin", für den sie gestern die Auszeichnung bekommen hat, habe sie in Österreich für Aufruhr gesorgt, Tabus gebrochen und Öffentlichkeiten und Gegenöffentlichkeiten für feministische Themen geschaffen.

Mit Susanne Kirchmayr wurde laut Barbara Klein nicht nur eine, sondern gleich sieben Frauen geehrt: Die DJane, die Komponistin, die Musikerin, die Avantgardekünstlerin, die Produzentin, die Forscherin und die Feministin. Sie zitiert in ihrer Laudatio die vielseitige Künstlerin: "Die Erfahrung zeigt, dass Frauen nicht untätiger sind, sondern ihre Aktivitäten weniger wahrgenommen oder einfach auch vergessen werden." Umso wichtiger seien Initiativen wie die Plattform female:pressure, mit der Kirchmayr Frauen in den Bereichen der elektronischen Musik und der digitalen Künste national und international gestärkt und vernetzt habe.

Ina Biechl dankte Ursula Kubes-Hofmann für ihr Wirken, mit dem sie etwas in Bewegung gebracht habe, das "nicht mehr gestoppt und getoppt werden könne". Viele Frauen seien als Multiplikatorinnen mit politischem und feministischem Engagement unterwegs in Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik, mit dem Wissen, das sie von ihr erhalten haben.
 

Foto: BKA/Georg Stefanik