Arbeit ist für Frauen Thema Nummer eins

Yildirim/Wurm: „Tirol in vielen Bereichen Schlusslicht. Arbeitsbedingungen für Frauen verbessern, neue Chancen schaffen.“

Arbeit und Einkommen sind für Frauen ganz klar das Thema Nummer eins, das hat der Dialogprozess der SPÖ-Frauen sowohl auf Landes-, als auch auf Bundeebene gezeigt. „Jede Frau soll von ihrem Einkommen bzw. ihrer Pension leben können“, das steht für uns im Fokus und darauf wollen wir anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März besonders hinweisen“, so Selma Yildirim, Frauenvorsitzende der SPÖ Tirol und Nationalrätin Gisela Wurm, Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin der SPÖ.

„Frauen haben bei der Erwerbsbeteiligung und der Bildung enorm aufgeholt. Trotzdem sind die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen sehr hoch. Liegen sie in der EU bei 16,4%, hat Tirol 33,5% Lohndifferenz“, schildert Yildirim.

„Berufe in denen viele Frauen arbeiten, werden oft deutlich schlechter bezahlt. Eine Pflegerin verdient zum Beispiel viel weniger als ein Mechaniker. Arbeit neu bewerten ist für uns daher ein wichtiges Thema. Der Genderaspekt muss bei Kollektivvertragsverhandlungen berücksichtigt, Frauen in Handwerk und Technik gefördert werden. Karenzzeiten sollen außerdem besser angerechnet werden“, so Yildirim.

„Bewährt haben sich neben den Quoten in Aufsichtsräten staatsnaher Unternehmen auch die Einkommensberichte in Betrieben, die ein wichtiges Instrument für mehr Lohngerechtigkeit sind“, weiß Wurm. „Hier gilt es nun nachzuschärfen.“

Die Aufklärungsarbeit über die langfristigen Konsequenzen von Teilzeitbeschäftigung muss fortgesetzt werden. Wichtig ist dabei auch die bessere Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern. „Für eine optimale Vereinbarkeit von Beruf und Familie braucht es hochwertige Kinderbildungs- und –betreuungseinrichtungen, die ganztägig und ganzjährig zur Verfügung stehen. Hier hat Tirol Aufholbedarf“, so Wurm und Yildirim.
Yildirim hat vor kurzem einen Antrag auf Schaffung eines Betriebskindergartens der Stadt Innsbruck gestellt. Warum dies von der Bürgermeisterinnenfraktion und den Grünen im Sinne einer aktiven Frauenförderung nicht befürwortet wird, ist für sie völlig unverständlich.

Die beiden Politikerinnen pochen auch auf eine spürbare Steuerentlastung für Frauen: „Der Eingangssteuersatz muss gesenkt werden und eine Steuergutschrift für jene die wenig verdienen geschaffen werden. Davon profitieren jene, die es am meisten brauchen.“

Die SPÖ-Frauen wollen die Arbeitsbedingungen der Frauen verbessern und neue Chancen schaffen. Daher fordern wir:

•    eine Steuerreform, die Frauen entlastet
•    die Einkommensberichte in Betrieben weiterentwickeln
•    Aufwertung von Berufszweigen, in denen viele Frauen arbeiten
•    einen Mindestlohn von 1.500 Euro
•    Frauen Mut machen, technische Berufe zu ergreifen
•    eine bessere Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen Frauen und Männern
•    ein flächendeckendes Angebot an Kinderbildungseinrichtungen und Ganztagsschulen

Zahlen und Fakten aus Tirol:

Unter den zehn österreichischen Bezirken mit den niedrigsten Frauenlöhnen sind mit Landeck, Lienz, Imst, Kitzbühel und Reutte fünf in Tirol.
Bei der ganzjährigen Beschäftigung von Frauen (68,3%) sowie der ganzjährigen Vollzeitbeschäftigung (33,4%) ist Tirol Schlusslicht. Mehr als die Hälfte der Tirolerinnen arbeiten Teilzeit, aber nur 7% der Männer. Lediglich 2,7% der Tiroler Männer gehen in Karenz.

Ein Mann verdient in Tirol bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung durchschnittlich 45.067,- Euro brutto, eine Frau nur 33.758,- Euro. Männer verdienen also um 33,5% mehr als Frauen. Nur die Vorarlbergerinnen verdienen noch weniger.

Ein Kindergarten in Tirol ist durchschnittlich an 46 Tagen geschlossen. Nur 46% der Kindergärten sind nach 14 Uhr, 23% nach 16.30 Uhr geöffnet. Nur 51% der Kindergärten (in die 66% der Kinder gehen) ein Mittagessen an. 84,4% der Mütter von Kindergartenkindern arbeiten Teilzeit, 15,6% Vollzeit.

Zahlen aus: AK Einkommen in Tirol 2012; Lohnsteuerstatistik 2013, Kinderbetreuungsstatistik Land Tirol 2013/2014.

Foto: SPÖ Tirol/Julia Hitthaler