STARKE FRAUEN Stärken die Wirtschaft

Mehr Unterstützung, bessere Beratung und eine gute soziale Absicherung für Unternehmerinnen sind dringend notwendig

Firmenneugründungen sind in Österreich immer noch eine Männerdomäne, wobei Salzburg hier eine Ausnahme darstellt, denn während der Anteil an Gründerinnen bundesweit stagniert, kann Salzburg ein stabiles Wachstum aufweisen. Besonders interessant ist dabei, dass 75 Prozent aller Gründerinnen und Gründer als Ein-Personen-Unternehmen starten.

In Salzburg wurden im Jahr 2014 739 Ein-Personen-Unternehmen gegründet, wobei der Frauen-Anteil bei 40,5% lag. „Die wichtigsten Motive für den Schritt in die Selbstständigkeit sind immer noch die Flexibilität bei der Zeit- und Lebensplanung, was insbesondere für Frauen wichtige Kriterien sind. Wenn man Beruf und Familie vereinbaren will, dann bleibt oftmals nur der Weg in die Selbstständigkeit, um die notwendige Flexibilität zu erlangen“, berichtet SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Landtagsabgeordnete Ingrid Riezler.

Die Sorgen der Frauen müssen Gehör finden

„Besonders schwierig ist es, dass erst ab dem 43. Krankenstandtag Anspruch auf Krankengeld besteht. Das führt viele Frauen in finanzielle Probleme und muss dringend geändert werden, denn auch in der Selbstständigkeit muss der Anspruch auf Krankengeld ab dem 4. Tag möglich sein“, fordert SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Landtagsabgeordnete Ingrid Riezler und stößt mit dieser Forderung ins selbe Horn wie der Salzburger Wirtschaftsverband.

Im Salzburger Wirtschaftsverband finden sich sehr viele, engagierte Unternehmerinnen die sich vor allem für ein Aussetzen der Sozialversicherungsbeiträge während dem Mutterschutz sowie für die Streichung der Grundumlage in Mutterschutz und Karenz einsetzen. „Natürlich sind – wie auch bei den unselbstständig Beschäftigten – der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung und der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze, auch in Hinblick auf Öffnungszeiten und Erreichbarkeit, für die Frauen besonders wichtig. Wir konnten da in den letzten Jahren schon sehr viel erreichen, haben aber immer noch einen langen Weg vor uns“, informiert Riezler weiter. „Ich wünsche den Kandidatinnen und Kandidaten des Salzburger Wirtschaftsverbands alles Gute für die Wirtschaftskammerwahlen und hoffe auf ein Erstarken der sozialdemokratischen Fraktion, damit diese Forderungen auch umgesetzt werden können“, betont Riezler.

Beratung und Unterstützung sind gefragt

„Es ist sicher keine leichte Entscheidung, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, da dieser immer mit einem Risiko verbunden ist. Umso wichtiger ist es, dass die Frauen eine gute Beratung und darüber hinaus eine ordentliche Unterstützung erhalten“, fordert Riezler. Bislang gab es eine sehr gute Beratungsstelle in Salzburg, die von allen Seiten sehr geschätzt wurde und von der viele Frauen profitieren konnten. Die gemeinnützige GmbH Frau & Arbeit hat diese Beratungsstelle angeboten, die aber von der Landesregierung keine Unterstützung mehr erhält und daher nicht mehr weitergeführt werden kann. „Drei Jahre lang lag der Förderantrag der Frau & Arbeit gGmbH beim ehemaligen Landeshauptfrau-Stellvertreter und heutigen Landeshauptmann Haslauer. Drei Jahre lang wurde dieser nicht behandelt, ehe Frau & Arbeit einen negativen Bescheid erhielt“,zeigt sich Riezler empört und ergänzt: „Ich erwarte mir von der Landesregierung hier dringend zu handeln. Wenn der Landeshauptmann die Wirtschaft stärken will, dann muss er auch investieren – v.a. für die kleineren Betriebe und die Ein-Personen-Unternehmen ist das notwendig – anstatt erfolgreiche Unterstützungsprogramme finanziell ausbluten zu lassen.“   
 

Foto: SWV