Bayr zum internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung: FGM ist eine Menschenrechtsverletzung!

Maßnahmen gegen FGM müssen weltweit umgesetzt werden
 
Anlässlich des "International Day of Zero Tolerance to FGM" am 6. Februar lud SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr, Gründerin der Plattform stopFGM.net, mit Angelika Meir, Projektleiterin des Samariterbundes, und Stefan Bartusch, Äthiopienreferent der Hilfsorganisation SONNE-International, heute, Mittwoch, zur Pressekonferenz ein. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit etwa 140 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation, FGM) betroffen. "FGM ist eine Menschenrechtsverletzung, die nicht religiös begründet ist", betonte Bayr. FGM passiert auch in Europa – auch in Österreich.
 
Die EU-Richtlinie 2013/32/EU zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes sieht vor, dass im Rahmen von Asylverfahren geschlechtsspezifischen Aspekten Rechnung getragen werden muss. Das bedeutet, dass die Gefahr vor genitale Verstümmelung auch als Asylgrund gesehen werden soll, was die österreichische Herangehensweise an FGM als Asylgrund bestätigt. Es sind Schulungen für BeamtInnen des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl sowie des Innenministeriums vorgesehen, wie aus einer Anfragebeantwortung dazu aus dem Vorjahr hervorgeht.
 
"Trotz einer guten rechtlichen Lage in Österreich gibt es bis heute noch keine Verurteilung wegen FGMs als Körperverletzung durch ein österreichisches Gericht", sagt Bayr und weiter: "Das zeigt, wie wichtig weitere Bewusstseinsarbeit ist."
 
Zudem gibt es auch konkrete Projekte, die vor Ort gegen FGM ankämpfen und mit lokalen Organisationen zusammenarbeiten. Ein Beispiel dafür ist das "Frauengesundheitsprojekt in Nordkenia" vom Samariterbund. Angelika Meir berichtete davon, dass FGM ein Initiationsritual darstellt. Durch die Verstümmelung sollen aus Mädchen Frauen werden – wollen sie die Prozedur nicht über sich ergehen lassen, droht ihnen gesellschaftliche Ächtung. Ziel sei es, FGM langfristig zu beseitigen. "Wir versuchen den Beschneiderinnen neue Tätigkeitsfelder zu ermöglichen, da die genitale Verstümmelung für viele ein wichtiges Nebeneinkommen ist und wir versuchen, wie es in Teilen Kenias schon passiert ist, alternative Übergangsrituale zu finden", erklärte Meir.
 
Eine lebenswerte Zukunft durch nachhaltige Unterstützungsprogramme zur Verbesserung der Lebensumstände benachteiligter Menschen ist das Ziel von SONNE – International. Schwerpunkt der Projektarbeit stellt Bildung, Ausbildung und Aufklärung dar, sowie die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Die Hilfsorganisation unterstützt vor allem Kinder und junge Frauen. Mit dem Event #SONNE24FGM ist ein Radrennen vor dem Parlament in Wien geplant. Zehn Fahrradergometer stehen AthletInnen und BürgerInnen zur Verfügung, um für die gute Sache zu radeln. Die Herausforderung: 8000 Kilometer in 24 Stunden! Die gefahrenen Kilometer werden von Partnern, Unterstützern und Sponsoren in bares Geld verwandelt. Stattfinden wird das Ganze am Mittwoch, 13 Mai 2015, ab 12.00Uhr – 24 Stunden lang.
 

Foto: Parlamentsdirektion/SIMONIS