Heinisch-Hosek: Carl Djerassis Arbeit hat Selbstbestimmung der Frau wesentlich gestärkt

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist vom Ableben des Wissenschafters Carl Djerassi tief betroffen. "Mit der Synthetisierung des Schwangerschaftshormons Gestagen hat Djerassi einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Selbstbestimmung der Frau geleistet. Ohne diese Leistung gäbe es keine hormonelle Verhütung; Frauen wären in der Familienplanung vom Wohlwollen der Männer abhängig", betonte Heinisch-Hosek. Dabei habe Carl Djerassi stets betont, dass es ihm bei der Pille um eine Unterstützung der Frau im Sinne von mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung ging. "Djerassi war ein Pionier nicht nur der Hormonforschung, sondern der Unabhängigkeit von Frauen", unterstrich Heinisch-Hosek.

"Djerassi war auf vielen Ebenen ein bewundernswerter Mensch. Er war bedeutender Chemiker, Autor und Kunstsammler, der all seine Kraft immer in den Dienst einer fairen und sozialen Gesellschaft stellte", sagte Heinisch-Hosek. Djerassi wurde 1938 von den Nazis aus Wien vertrieben und musste in die USA flüchten. Im Jahr 2005 erhielt er wieder die österreichische Staatsbürgerschaft und 2012 und 2013 Ehrendoktorate der Uni Wien, der Medizin-Uni Wien, der Universität für angewandte Kunst und der Sigmund-Freud-Privatuni – nur wenige seiner zahlreichen Auszeichnungen. Frauenministerin Heinisch-Hosek spricht den Hinterbliebenen von Djerassi ihr tiefstes Mitgefühl aus.
 

Foto: Astrid Knie