Extremismus – Heinisch-Hosek präsentiert weiteres Maßnahmenpaket: 300 Workshops und spezielle Fortbildung

Leitfaden für SchulleiterInnen und 50 PräventionsbeamtInnen – "Radikalisierung entschlossen gegensteuern"

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat heute, Montag, zu einem ExpertInnengespräch zum Thema "Bildung gegen Extremismus" geladen und im Anschluss daran ein weiteres umfassendes Sofortprogramm präsentiert. Zentraler Bestandteil des Maßnahmenpakets sind 300 Workshops, die Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt und von NGOs wie etwa der Anti-Rassismus- und Präventionsarbeits-Stelle "ZARA" veranstaltet werden. Außerdem werden fünfzig PräventionsbeamtInnen an den Pädagogischen Hochschulen (PH) mit den Studierenden in Sachen Prävention arbeiten. An den PH wird es zusätzlich verpflichtende Lehrveranstaltungen u.a. zu den Themen Konflikt-Prävention und Interkulturalität geben. Zudem informiert ein spezieller Leitfaden SchulleiterInnen darüber, was im Fall des Verdachts von Radikalisierung zu tun ist. Mit diesen "neuen Komponenten wird der Radikalisierung entschlossen gegengesteuert", sagte Heinisch-Hosek, die betonte, dass die bereits bestehenden Maßnahmen (z.B. De-Radikalierungs-Hotline, Schulinfo-Hotline) fortgeführt werden.

Die Bildungsministerin betonte weiters, dass die ExpterInnengruppe "Bildung gegen Extremismus" sich österreichweit vernetzen werde. Heinisch-Hosek sprach sich dafür aus, dass es in allen Bundesländern "multiprofessionelle Konferenzen" zum Thema Extremismus und Prävention geben soll. Auch eine Aufstockung der SchulpsychologInnen wäre nötig, so die Ministerin, die dazu Gespräche mit dem Finanzminister führen wird. Aber auch die Öffnung der Schulen, etwa für die offene Jugendarbeit, sei ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Radikalisierung, sagte Heinisch-Hosek beim Mediengespräch, an dem weiters teilnahmen: Dr.in Edit Schlaffer (Frauen ohne Grenzen), Dr. Kenan Güngör (Soziologe und Experte für Integrations- und Diversitätsfragen) sowie Ercan Nik Nafs (Netzwerk zur De-Radikalisierung und Prävention).

Angesprochen auf Strafen bei vermeintlicher "Integrationsunwilligkeit" unterstrich Heinisch-Hosek, dass der "bestehende Weg dort, wo etwa Eltern nicht zu Sprechstunden kommen, der richtige Weg" sei. Verwaltungsstrafen wurden von der heutigen ExpertInnenrunde zwar abgelehnt, es sei aber bei Extremfällen darüber zu diskutieren, dort – etwa in Analogie zur Sanktionierung von Schul-Absentismus – "einen weiteren Weg zu beschreiten, wo es partout nicht funktioniert". Die Forderung nach Sozialdienst für SchülerInnen lehnt Heinisch-Hosek ab – "davon halte ich nichts", so die Ministerin. Auch mehr Durchgriffsrechten für LehrerInnen im Falle von fehlender Integrationsbereitschaft kann Heinisch-Hosek nichts abgewinnen. "Es ist sinnvoller, die Problematik mit den betroffenen SchülerInnen aufzuarbeiten", betonte die Ministerin.

SERVICE: Die De-Radikalisierungs-Hotline ist unter der Telefonnummer 0800/20 20 44 erreichbar. Speziell für PädagogInnen wurde unter der Nummer 08 10/20 52 20 eine Schulinfo-Hotline eingerichtet. Weitere Informationen zum Thema "Jugend und Extremismus" finden sich auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Frauen unter https://www.bmbf.gv.at/schulen/service/jugendundextremismen.html

 

Foto: Andy Wenzel